Röteln: Für Kinder harmlos, für Schwangere ein großes Risiko

Juckreiz bei Röteln
  • Röteln ist eine Krankheit, die vor allem bei Babys und Kindern häufig auftritt. Übertragen wird die Krankheit via Tröpfcheninfektion, also durch Sprechen, Niesen und Husten.
  • Die Krankheit verläuft bei Kindern meist harmlos. Schwangere bzw. das ungeborene Baby gelten hingegen als größte Risikogruppe.
  • Immunität erfährt derjenige, der die Krankheit einmal überstanden hat oder der sich gegen den Virus impfen lässt.

Bilder von mit Ausschlag übersäten Kindern sind selten geworden. Das hat mit der Impffreude der Eltern zu tun, die so ihre Kinder vor Röteln schützen. Es handelt sich um eine ansteckende Krankheit, Auslöser für Röteln beim Baby und Röteln beim Kind sind Viren. Interessanterweise ist eine Röteln-Infektion für Ihr Kind weit weniger gefährlich und dramatisch als für Sie selbst. Vor allem dann, wenn Sie schwanger sind, kann ein Röteln-Infekt für das ungeborene Baby gefährlich werden. Gerade deswegen wird zum Schutz eine Impfung empfohlen.

1. Ringelröteln vs. Röteln bei Kindern: Die zwei Krankheiten sind nicht dasselbe

Zunächst muss eine klare, thematische Abgrenzung erfolgen, um Verwechslungen vorzubeugen: Ringelröteln gehört zu den Krankheiten, die sich in einem Ausschlag auf dem Körper Ihres Kindes niederschlagen. Das ist auch bei Windpocken, Masern und Scharlach sowie bei Röteln so. Ansonsten haben die Krankheiten Röteln und Ringelröteln nichts gemein.

Wer an Ringelröteln erkrankt, verwechselt diese Krankheit häufig mit einem grippalen Infekt. Übertragen werden Ringelröteln durch Tröpfcheninfektion, durch mangelnde Hygiene und durch verunreinigte Blutkonserven. Gegen Ringelröteln können Sie sich nicht impfen lassen.

2. Mit dem Alter werden die Symptome von Röteln stärker und gefährlicher

Der Verlauf der Krankheit wird nicht nur mit zunehmendem Alter gefährlicher. Auch die Symptome werden deutlich auffälliger.

Woran Sie erkennen, dass Ihr Kind Röteln hat, verrät Kinderarzt Dr. med. Hilmar Uhling in diesem Video:

2.1. Kinder zeigen bei Röteln kaum Symptome

Bekommt Ihr Kind Röteln, ist das meist vergleichsweise harmlos. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeigen nur die Hälfte der erkrankten Kinder überhaupt diese Symptome:

  • Ausschlag (hellrote Flecken) mit Juckreiz, der im Gesicht beginnt und über den Körper streut und nach ein bis drei Tagen wieder verschwindet
  • Geschwollene Lymphknoten, die am Nacken und an den Ohren Schmerzen verursachen können
  • Symptome einer Erkältung
  • erhöhte Temperatur, leichtes Fieber
  • Bindehautentzündung

Ein Kind, das Röteln hat, weist meist nur sieben Tage Beschwerden auf. Anschließend ist die Viruskrankheit überstanden. Der Verlauf der Krankheit ist bei Kindern und Babys vergleichsweise mild.

2.2. Für Jugendliche und Erwachsene sind Röteln deutlich schlimmer

Grundsätzlich werden die Symptome und Beschwerden mit dem Alter massiver. Zudem kann es zu diesen weiteren Komplikationen kommen:

  • Mittelohrentzündung
  • Bronchitis
  • Schwellung der Gelenke
  • Gehirnhautentzündung
  • Herzentzündung (Herzmuskel, Herzbeutel)

2.3. Schwangere sind die Risikogruppe Nummer 1

Röteln gefährdet das Ungeborene

Schwangere, die sich mit dem Röteln-Virus infizieren, gefährden das Leben des Ungeborenen.

Die Präventionsmaßnahme, dass der Röteln-Impfschutz gecheckt wird, wenn ein Paar plant, Familienzuwachs zu bekommen, kommt nicht von ungefähr. Gerade für Schwangere und das ungeborene Baby sind Röteln-Viren äußerst gefährlich, wenn die werdende Mutter keine Antikörper hat oder nicht geimpft ist.

Dies könnten die Folgen einer Röteln-Embryopathie sein:

  • Schädigung des ungeborenen Babys an Herz, Ohren, Augen, Gehirn, Milz und Leber.
  • Besonders in den ersten acht Schwangerschaftswochen, im Anfangsstadium der Schwangerschaft, erleiden neun von zehn Embryos Folgeschäden. Später, wenn das Baby bereits 6 Monate im Bauch wächst, wird das Risiko einer Schädigung geringer.
  • Das Risiko einer Totgeburt oder einer Frühgeburt ist drastisch erhöht: 15 bis 20 Prozent der Babys, die infiziert sind, sterben vor der Geburt.

3. Der Virus ist per Tröpfcheninfektion übertragbar

Die Viren, die Röteln auslösen, werden per Tröpfcheninfektion übertragen. Das heißt, dass alltägliches Verhalten – ein Gespräch, ein Nieser, ein Huster – bereits ausreichen, damit eine Übertragung des Erregers stattfindet, die Ansteckung erfolgt und ein Baby beziehungsweise Kinder an Röteln erkranken oder übertragen. Die Viren steigen in die Luft, verbreiten sich dort und können so zur Gefahr für alle werden.

Die Ausnahme: Nur Schwangere stecken ihr ungeborenes Babys nicht per Tröpfcheninfektion an, sondern übertragen den Virus über die Nabelschnur. Kinder, die an einer Embryopathie erkranken, sind lange Zeit Träger der Infektion. Bis zu einem Jahr können sie den Röteln-Virus ausatmen und ausscheiden.

Infektionsgefahr

Gefahr einer Infektion laufen im Grunde alle, die keine Impfung haben und die Röteln noch nie hatten. Sie haben keine Immunität.

Die Gefahr besteht mitunter auch darin, dass die Zeitspanne zwischen Infektion und den ersten Beschwerden recht lang ist. In dieser Zeit können Kinder mit Röteln die Übertragung der Viren vorantreiben, die Infektion quasi weitertragen, ohne es zu wissen. Die Inkubationszeit liegt bei einer Woche vor den ersten Symptomen und einer Woche nach den letzten Symptomen.

Für ein Kind, das an Röteln erkrankt, ist diese Erkrankung meist lästig, aber nicht gefährlich. Der Ausschlag verursacht Juckreiz und der Besuch im Kindergarten ist für eine Weile tabu, schließlich sollen die Spielkameraden sich nicht anstecken.

4. Es gibt mehrere Maßnahmen zur Behandlung der Krankheit

Eine Medizin gegen Röteln gibt es nicht, also ist auch keine klassische Behandlung der Infektion möglich. Dennoch helfen die folgenden Maßnahmen Ihnen dabei, wenn Ihr Baby oder Kind Röteln hat:

4.1. Bettruhe halten und Gesellschaft vermeiden

Idealerweise haben Sie selbst Immunität durch eine Impfung oder eine ausgestandene Erkrankung erhalten, so dass Sie Ihrem Kind bei Röteln gefahrlos beistehen können. Ihr Kind sollte am besten im Bett bleiben. Der Kontakt zu anderen ist tabu. Vor allem Kinder ohne Röteln Impfschutz und Erwachsene ohne Immunität sollten Kontakt mit Ihrem erkrankten Kind meiden.

4.2. Anmeldung vor dem Arztbesuch

Planen Sie einen Arztbesuch, um überprüfen zu lassen, ob Ihr Kind Röteln hat, sollten Sie Ihren Besuch ankündigen. Die Arzthelferinnen können dann dafür sorgen, dass andere Patienten – ggf. andere Kinder ohne Röteln-Impfung oder Schwangere – nicht gefährdet werden.

Sind Sie sich selbst unklar darüber, wie es um Ihren eigenen Impfschutz bestellt ist, es sinnvoll, diesen beim Arzt überprüfen zu lassen. Sind Sie schwanger und Ihr Kind hat Röteln, sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Frauenarzt über die Problematik.

4.3. Informieren Sie Menschen mit einem erhöhten Risiko

Da die Inkubationszeit von mindestens einer Woche das Risiko mit sich bringt, das Ihr Kind andere Kinder mit Röteln infiziert haben könnte, sollten Sie den Freundes- und Bekanntenkreis informieren. Die anderen Eltern können dann ein wachsames Auge auf Ihr Kind haben und eventuellen Symptomen wie einem Juckreiz nachgehen. Den Kindergarten oder die Schule müssen Sie – laut Infektionsgesetz – ebenfalls informieren.

5. Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Röteln-Impfung samt Masern und Mumps

Masern-Mumps-Röteln-Impfung

Die Röteln-Impfung gibt es meist in Kombination mit Masern und Mumps.

Es gibt eine Dreifachimpfung, die sogenannte MMR-Impfung. Diese Masern-Mumps-Impfung umfasst auch eine Impfung gegen Röteln. Verabreicht wird die Masern-Mumps-Impfung meist in zwei Etappen. Dies kann jedoch je nach Impfstoff variieren.

  • erste Impfung: Die Erste Masern-Mumps-Impfung wird im Alter zwischen 11 und 14 Monaten verabreicht. Sie können auch Ihr 9 Monate oder 10 Monate altes Baby gegen Röteln impfen lassen, wenn Sie planen, es bald in einen Kindergarten samt Kinderkrippe zu bringen.
  • zweite Impfung: Mindestens vier Wochen Pause müssen zwischen der ersten und der zweiten Impfung liegen. Spätestens dann, wenn Ihr Kind zwei Jahre alt wird, sollte die zweite Impfung erfolgt sein. In der Regel wird Ihr Kind mit drei den Kindergarten besuchen. Dann steht der Schutz vor einer Infektion mit Röteln.

Ihr Baby gegen Röteln zu impfen, ist eine Präventivmaßnahme. Zwar ist der Verlauf der Infektion mit Röteln beim Baby und Kind nicht schlimm, aber Ihr Kind könnte auch eine Schwangere oder Erwachsene anstecken. Die Ständige Impfkomission empfiehlt auch, eine Impfung bei Kindern und Jugendlichen, bei Frauen im gebärfähigen Alter sowie bei Mitarbeitern im Kindergarten und in anderen Gemeinschaftseinrichtungen durchzuführen.

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