Schwangerschaftsstreifen – unumgänglich oder vermeidbar?

schwangerschaftsstreifen am Bauch
  • Schwangerschaftsstreifen sind zwar eine unschöne, aber völlig harmlose Hautveränderung in der Schwangerschaft
  • Jede zweite Frau bekommt während der Schwangerschaft Dehnungsstreifen an Bauch, Oberschenkeln und Hüfte.
  • Man kann ihnen mit gesunder Ernährung, Sport und hochwertiger Körperpflege etwas vorbeugen.

Die überwiegende Mehrheit der Frauen (60-80%) sind während ihrer Schwangerschaft von ihnen betroffen: Schwangerschaftsstreifen. Meistens treten Sie am Bauch, im Hüftbereich, an den Oberschenkeln und an den Brüsten auf und sind für viele Frauen nicht nur ein ästhetisches Ärgernis. Da die Narben eine lange Zeit zum Verblassen brauchen, sind vorbeugende Maßnahmen ratsam.

In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, worum es sich bei Schwangerschaftsstreifen handelt und wie sie Ihnen entgegenwirken können. Zudem geben wir Ihnen Tipps zur Hautpflege bereits bestehender Dehnungsstreifen und stellen Therapiemöglichkeiten vor.

1. Wodurch entstehen Dehnungsstreifen?

Es ist übrigens ein Vorurteil, dass ausschließlich Frauen über diese irreversiblen Risse im Bindegewebe klagen. Auch Männer sind von Dehnungsstreifen betroffen, die vor allem in der Pubertät durch das starke Wachstum oder eine erhöhte Gewichtszunahme entstehen. Zudem sind diese Narben auch im Bodybuilding-Bereich keine Seltenheit. Ihre anfangs blau-violette Färbung, die auf die sichtbar werdenden Adern im unteren Hautgewebe zurückzuführen ist, verblasst mit der Zeit zur einem silbrig-weißen Aussehen. Grundsätzlich gilt, entgegen überzeugender Marketing-Strategien der Kosmetikindustrie, dass Dehnungsstreifen nicht durch Lotionen oder Öle vollständigen zu entfernen sind. Durch die Überdehnung des Gewebes entstehen Hautschäden, deren Heilung mit Vernarbungen einhergeht. Wie sichtbar diese Narben sind, hängt von der Farbe und Festigkeit der Haut ab.

Man kann ihnen jedoch in einem gewissen Rahmen vorbeugen und den Heilungsprozess mit feuchtigkeitsspendenen und vitaminhaltigen Ölen unterstützen.

Übrigens: Schwangerschaftsstreifen sind kein Symptom einer Krankheit, sondern eine völlig normale Reaktion der Haut, um dem Platzanspruch des wachsenden Bauches zu begegnen.

1.1. Besondere Ursachen führen in der Schwangerschaft zur Überdehnung der Haut

frau mit dehnungsstreifen am bauch

Vor allem am Bauch entstehen vermehrt Dehnungsstreifen.

Zu diesen beiden physiologischen Ursachen –Gewichtszunahme und Wachstum – tritt jedoch während der Schwangerschaft ein dritter Faktor hinzu: die Schwangerschaftshormone. Diese führen zusätzlich zur Lockerung des Gewebes (besonders des Kollagens und Elastins), um weitere Schäden der Hautschichten zu verhindern. Sie entstehen besonders zwischen dem 4. und 6. Monat, in denen die Gebärmutter und das Baby sehr stark wachsen. Auch im 3. Trimester bilden sie sich verstärkt, da das Baby einen Wachstumsschub erfährt. Die Hormone sorgen auch für eine vermehrte Melanineinlagerung in der Haut, weshalb viele Frauen über Verfärbungen berichten, beispielsweise der Linea nigra. 

Besonders in der ersten Schwangerschaft sind Schwangerschaftsstreifen beinahe unvermeidbar, jedoch sind nicht alle Frauen gleichermaßen davon betroffen. Doch woran liegt das?

Einerseits spielt hier die genetische Veranlagung eine wichtige Rolle: Besteht in der Familie eine Bindegewebsschwäche, steigt das Risiko der werdenden Mutter, ebenfalls Dehnungsstreifen zu erhalten. Ebenso neigen Frauen mit Hyperpigmentation stärker zu den dunklen Narben, da bei einer Beschädigung der Haut, diese in den betroffenen Stellen Melanin einlagert. Trockene Haut ist auch anfälliger für Schwangerschaftsstreifen, weshalb sie besonders während der Schwangerschaft reichhaltig mit Feuchtigkeit versorgt werden sollte. Frauen, die an Übergewicht leiden, sind ebenso häufiger von Dehnungsstreifen betroffen.

2. Was kann man gegen Schwangerschaftsstreifen tun?

Zwar lassen sich weder Gene noch die gesteigerte Hormonausschüttung kontrollieren, gegen trockene Haut und starke Gewichtszu- oder abnahme können Sie jedoch aktiv angehen und damit auch die ersten Anzeichen von Schwangerschaftsstreifen behandeln.

Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung und regelmäßige Flüssigkeitsversorgung (am besten mit Wasser, Kräutertees oder Saftschorlen) unterstützen nicht nur eine gesunde Schwangerschaft, sondern haben auch einen positiven Effekt auf die Haut. Sport und tägliche Bewegung stärken ebenso das Bindegewebe und sind auch in der Schwangerschaft empfohlen. Wechselduschen (warm und kalt) regen außerdem die Durchblutung an, wovon auch die Haut profitiert.

2.1. Massagen und Öle eignen sich ebenso zur Vorbeugung der Dehnungsstreifen

schwangere cremt ihren bauch ein

Regelmäßiges Eincremen kann das Entstehen von Schwangerschaftsstreifen zwar nicht verhindern, sie jedoch in ihrer Erscheinung mildern.

Es gibt spezielle Schwangerschaftsöle, welche die Dehnungsstreifen am Bauch und Busen verhindern sollen. Bislang gibt es jedoch keine Studie, die deren Wirksamkeit wissenschaftlich bestätigt. Eincremen können und sollten Sie Ihre Haut jedoch in jedem Fall, da eine mit Feuchtigkeit versorgte Haut geschmeidiger und elastischer ist.

Welches Öl bzw. welche Creme Sie dafür nutzen, bleibt Ihnen überlassen. Auf bestimmte Vitamine wie E und A können Sie achten, ebenso auf Öle aus Mandel oder Jojoba, die nicht nur sehr hautverträglich sind, sondern auch reich an Vitamin E. Achten Sie jedoch auf wertvolle und bio-zertifizierte Inhaltsstoffe, da viele Produkte auch chemische Zusätze enthalten. Diese können Sie in der Apotheke kaufen.

Ein bewährtes Hausmittel ist auch das Trockenbürsten. Hierfür bürsten Sie mit einer speziellen Bürste Ihren Körper mit streichenden oder kreisenden Bewegungen. Dies fördert nicht nur die Durchblutung der Haut, sondern regt zudem das Lymphsystem an. Wenn Sie sich danach kalt abduschen, verstärken Sie die positive Wirkung des Bürstens. Anwenden sollten Sie das Trockenbürsten eher am Morgen, da der anregende Effekt Sie möglicherweise abends am Einschlafen hindern könnte. Am Abend empfiehlt sich eher eine entspannende Massage, die wir Ihnen nun kurz vorstellen.

2.2. Diese Massagetechniken werden zur Vorbeugung der Dehnungsstreifen empfohlen

Sie können schon sehr frühzeitig in der Schwangerschaft mit der Pflege der Haut beginnen und auf diese Weise den anstehenden Belastungen etwas entgegenwirken. Ab wann Sie damit beginnen, können Sie selbst entscheiden. Nachdem Sie das Öl bzw. die Creme auf die Haut aufgetragen und mit kreisenden Bewegungen verteilt haben, eignet sich besonders die sogenannte Zupfmassage: Beim Nabel beginnend nehmen Sie etwas Haut zwischen Daumen und Zeigefinger und arbeiten zupfend das Öl in die Haut ein. Gehen Sie dabei sanft vor und führen Sie diese Bewegung bis zum Rippenbogen fort.

Achtung: Im letzten Trimester sollten Sie kräftige Massagen des Bauches vermeiden, da dies vorzeitige Wehen auslösen kann!

3. Laser und Mirkoneedleling – sind diese kosmetischen Eingriffe wirklich effektiv?

Da Schwangerschaftsstreifen für viele Frauen nicht nur ein ästhetisches Problem sind, sondern auch zu einer psychischen Belastung werden können, wenden sich einige auch an Ihren Dermatologen. Mithilfe von Laseranwendungen oder Dermarollern sollen die Haut und das Narbengewebe geglättet werden. Die Erwartungen der Frauen an diese Anwendungen sehr hoch, jedoch sagen selbst Dermatologen, dass nur ein moderates Ergebnis zu erwarten ist. Eine Verbesserung von 40-50% kann erreicht werden, vollständig verschwinden werden die Narben jedoch nicht. Die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse nicht.

3.1. Eine weitere Maßnahme besteht in einer Op

frau nach bauchdeckenstraffung

Ein kosmetischer Eingriff sollte bei Dehnungsstreifen wohlbedacht sein, da danach weitere Narben entstehen.

Besonders bei Frauen, die während der Schwangerschaft stark an Gewicht zugenommen haben, kann eine Operation eine Möglichkeit sein, sich in der eigenen Haut wieder wohl zu fühlen. Meistens wird eine Bauchdeckenstraffung vorgenommen und damit auch die vernarbte Haut entfernt.

Dieses Verfahren wird auch an anderen Hautstellen nach einer starken Gewichtsreduktion (Po, Oberarm) angewandt, ist aber natürlich mit Risiken und zusätzlichen Narben verbunden. Auch mit dieser Behandlung bekommen Sie die Schwangerschaftsstreifen nicht 100% weg!

4. Auch Tattoos werden als Cover-up verwendet

Einige Frauen entscheiden sich zu einem permanenteren Schritt: Sie lassen sich die Dehnungsstreifen tätowieren und überdecken damit die unliebsamen Narben. Jedoch sollte man damit mindestens 2-3 Jahre warten, da Narbengewebe die Tattoofarbe anders aufnimmt als gesunde Haut. Sonst kann es dazu führen, dass die Farbe im Narbengewebe verläuft.

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