Sonnenstich: Symptome und die passende Behandlung

Ein Kind mit Sonnenbrille in der Sonne
  • Kleinkinder bekommen in der Sonne schnell einen Sonnenstich, da ihre Schädeldecke in den ersten Lebensjahren noch sehr dünn ist. Zudem besitzen sie wenig Haare als natürlichen Schutz.
  • Kinder und Babys können den Wärme- und Flüssigkeitshaushalt ihres Körpers noch nicht ausreichend regulieren und sind daher stark gefährdet.
  • In schwerwiegenden Fällen erleidet Ihr Kind einen Hitzschlag, der lebensbedrohlich sein kann. Sobald Sie vermuten, dass Ihr Kind oder Baby einen Sonnenstich erlitten hat, sollten Sie zur Kontrolle immer einen Arzt aufsuchen.

Im Sommer locken Sonne und See. Dabei hindert keine Wolke die Sonnenstrahlen daran, auf den Kopf und Nacken Ihres Kindes zu prallen. Wenn Kinder spielen, vergessen sie schnell die Zeit und setzen sich zu viel Sonneneinstrahlung aus. Doch woran erkennen Sie als Eltern einen Sonnenstich und wann müssen Sie mit Ihrem Nachwuchs zum Arzt gehen?

Wir haben für Sie im folgenden Artikel die Symptome eines Sonnenstichs zusammengestellt. Außerdem erfahren Sie, welche Erste Hilfe Maßnahmen Sie ergreifen können und wie Sie ihr Kind vor einem Sonnenstich schützen können.

1. Symptome wie Kopfschmerzen und Übelkeit sind Indizien für einen Sonnenstich

Kind im Hitzestress

Kinder reagieren mitunter empfindlicher auf Sonneneinstrahlung als Erwachsene.

Ein Sonnenstich wird durch langanhaltende intensive Sonneneinstrahlung auf den Kopf ausgelöst. Die langwelligen Sonnenstrahlen reizen die Hirnhäute, wodurch die Blutgefäße anschwellen. Betroffene reagieren auf die Überhitzung oft mit Kopfschmerzen, Übelkeit und einem heißen Kopf Wird ein Sonnenstich jedoch rechtzeitig erkannt, lässt er sich gut behandeln.

Häufige Symptome für einen Sonnenstich sind:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit, Schwindel oder Erbrechen
  • erhöhte Temperatur, Fieber
  • Unruhe
  • Nackensteifigkeit
  • Benommenheit

Fühlt sich die Haut Ihres Kindes nach einem Badetag heiß an? Verhält sich Ihr Kind unruhig oder abgeschlagen? In dem Fall liegt die Vermutung nahe, dass es einen Sonnenstich erlitten hat. Nur in seltenen Fällen treten Bewusstseins- und Koordinationsstörungen auf.

Unterschieden werden die Folgen von massiver Sonneneinstrahlung in Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag. Die schwerste Form stellt der Hitzschlag dar, der unmittelbar medizinisch behandelt werden muss. Einen Hitzschlag erkennen Sie insbesondere an dem enorm hohen Fieber von etwa 40 Grad Celsius.

Besonders häufig tritt ein Sonnenstich bei Kleinkindern (bis 4 Jahre), hellhäutigen Menschen, Senioren oder Personen mit Glatze auf.

1.1. Kinder reagieren meist erst Stunden später auf die Sonneneinstrahlung

Wie entsteht ein Sonnenstich?

Blutgefäße und Hirnhäute schwellen durch die Wärme der Sonneneinstrahlung an und können sich entzünden.

Oft zeigen sich die Symptome eines Sonnenstichs erst Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne, in vielen Fällen sogar erst nachts. Bekommt Ihr Kind am Abend Fieber, erbricht sich oder verliert das Bewusstsein, sollten Sie sofort reagieren und Erste Hilfe leisten.

Kinder neigen eher zu einem Sonnenstich, da sie im Verhältnis zum Volumen eine größere Hautoberfläche und einen größeren Kopf als Erwachsene haben. Außerdem ist die Kopfhaut bei Kleinkindern sehr dünn und wird nur durch wenig Haar geschützt.

1.2. Sonnenstich beim Baby: Anzeichen sind schwierig zu erkennen

Ein Kind schläft schwitzend im Auto

Im Auto heizt sich die Luft im Sommer besonders schnell auf.

Je jünger das Kind ist, desto gefährlicher können die Folgen eines Sonnenstichs sein. Vor allem Babys bis zum Alter von 1 Jahr können ihr Unwohlsein noch nicht formulieren. Benommenheit und Bewusstlosigkeit können von den Eltern als Schlaf missinterpretiert werden.

Allerdings leiden auch sie unter heftigen Kopfschmerzen, was sich oft durch schrilles, anhaltendes Schreien und die Weigerung zu trinken äußert. Erbricht es sich oder fühlt sich heißer an als sonst, könnte es sich um einen Sonnenstich handeln.

Achtung: Lassen Sie Ihr Baby nie im Sommer alleine im Auto, auch wenn Sie nur kurz etwas besorgen müssen. Die Temperatur im Auto heizt sich besonders schnell auf.

Ein in der Sonne abgestellter Kinderwagen ist die häufigste Ursache für einen Sonnenstich bei einem Baby. Da Babys und Kleinkinder (bis 3 Jahre) ihren Wärmehaushalt noch nicht wie ein Erwachsener durch Schwitzen regulieren können, sollten sie sich beim Spielen im Schatten aufhalten und viel trinken.

2. Bei Erbrechen oder Bewusstlosigkeit muss der Notarzt gerufen werden

Erleidet Ihr Baby einen Sonnenstich, suchen Sie in jedem Fall nach den Erste Hilfe Maßnahmen Ihren Hausarzt auf. Je nach Schwere der Symptome liegt möglicherweise bereits eine Reizung der Hirnhäute vor, die medizinisch behandelt werden muss.

Hat Ihr Kind hohes Fieber und klagt über Übelkeit ist eine Behandlung durch einen Notarzt sinnvoll. Gleiches gilt, wenn es kurzzeitig halluziniert oder Wirrwarr” spricht. Ein unbehandelter Hitzschlag kann Hirnödeme und Hirnschäden zur Folge haben.

Symptome Behandlung
Heißer, roter Kopf, leichte Benommenheit, innere Unruhe, Abgeschlagenheit Erste Hilfe Maßnahmen, Hausmittel, später Arztbesuch
Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Schwindel, Nackensteifigkeit Hausarzt aufsuchen
schwere Übelkeit, Erbrechen, Halluzinationen, hohes Fieber, Ohrensausen Notaufnahme

3. Erste Hilfe ist bei einem Sonnenstich unverzichtbar

Hat Ihr Kind einen Sonnenstich, bringen Sie das es sofort in den Schatten. Legen Sie den Oberkörper Ihres Sprösslings in eine erhöhte Position und kühlen Sie den Nacken mit einem kalten Waschlappen oder Kühlpack.

Tipp:Beruhigen Sie Ihr Kind und lenken Sie es spielerisch mit einer Geschichte ab.

Eine Mutter fühlt ihrem Kind die Stirn

Erste Hilfe ist im Falle eines Sonnenstichs unverzichtbar.

Trinken sollte das Kind nur dann, wenn es nicht halluziniert, ohnmächtig war oder unter Übelkeit leidet. Verschlechtert sich der Zustand des Kindes oder hat er sich nach zwanzig Minuten noch nicht verbessert, rufen Sie einen Notarzt oder fahren Sie in die Notaufnahme.

Bei sehr leichten Symptomen ist eine Behandlung mit Hausmitteln ausreichend. Bringen Sie Ihren Sprössling sofort aus der prallen Sonne und geben Sie ihm ein isotonisches Getränk. Achten Sie darauf, dass das Getränk auf keinen Fall zu kalt ist, da extreme Kälte eine weitere Belastung für den geschwächten Körper darstellt.

Die betroffene Person sollte sich hinlegen. Dabei kann der Oberkörper leicht erhöht liegen. Bestenfalls bringen Sie die Person in einen kühlen, dunklen Raum, während Sie auf die Besserung der Symptome oder in schweren Fällen auf den Notarzt warten.

Sie können auch einen kalten Nackenumschlag mit Quark oder Joghurt machen, um die Körpertemperatur zu senken. Wird die betroffene Person ohnmächtig, sollten Sie sie in die stabile Seitenlage bringen , während Sie auf einen Arzt warten. Mehr Informationen zu der stabilen Seitenlage finden Sie auf der Seite des Deutschen Roten Kreuz (DRK).

Richtige VS Falsche Erste Hilfe Maßnahmen

  • Aufenthalt in einem kühlen, dunklen Raum
  • Kalter Nacken Umschlag
  • Isotonische Getränke
  • waagerechte Position (Oberkörper leicht erhöht)
  • extrem kalte Getränke
  • Getränke bei Übelkeit, Halluzinationen und nach Ohnmacht
  • In der Sonne bleiben
  • fehlende Kontrolle durch einen Arzt

4. Der Arzt verhindert durch die Untersuchung eine Meningitis

Handelt es sich um einen leichten Sonnenstich, nachdem sich die Symptome schnell bessern, können Sie Hilfe mit einem Hausmittel oder durch die Vergabe von Globuli in Betracht ziehen. Aber auch die Behandlung mit Hilfe von homöopathischen Mitteln sollte vorher immer mit einem Facharzt abgeklärt worden sein.

Sonnenstich: Kind schwitzt in der Sonne

Eine Kopfbedeckung schützt im Sommer die noch dünne Schädeldecke des Kindes.

Sind die Symptome schwerwiegender bzw. zeigen sich Bewusstseinsstörungen bei Ihrem Kind, fahren Sie sofort in die Notaufnahme eines Krankenhauses. Falls nicht bekannt, versuchen Sie herauszufinden, wie lange Ihr Kind in der Sonne war, da diese Information für den Arzt enorm hilfreich ist.

Der Mediziner führt zunächst ein Anamnesegespräch durch, währenddessen er die Körpertemperatur Ihres Kindes misst und seine Reaktionsfähigkeit überprüft. Dabei werden sowohl Reflexe als auch die Pupillenweite erfasst. Auch Blutdruck und Herzfrequenz werden begutachtet, um schwere Folgen wie eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auszuschließen.

5. Dem Sonnenstich vorbeugen: Meiden Sie die Mittagssonne!

Damit es gar nicht erst zu einem Sonnenstich oder einem Hitzschlag kommt, sollten Kinder bis 3 Jahre immer einen Hut mit breiter Krempe für die Dauer ihres Aufenthalts in der prallen Sonne tragen. Älteren Kindern können Sie in regelmäßigen Abständen den Kopf nass machen. Außerdem ist es wichtig, dass sie ausreichend trinken. Als Faustregel gilt: mindestens ein halber Liter mehr als sonst.

Tipp: Sonnencreme schützt lediglich vor einem Sonnenbrand, jedoch nicht vor einem Sonnenstich.

Nehmen Sie einen Sonnenschirm mit, wenn Sie sich mit Ihrem Kind für längere Zeit in der Sonne aufhalten. Allgemein sollte das Spielen in der Mittagshitze von 11 bis 15 Uhr vermieden werden. Auch wenn Kinder im Wasser baden und spielen, sollte des Öfteren ein schattiger Bereich aufgesucht werden.

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