Sport und Körpergewicht in der Schwangerschaft

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  • Wer bereits vor der Schwangerschaft aktiv gewesen ist, kann in den meisten Fällen seinen Sport auch während der Schwangerschaft weitermachen. Vorsicht ist dabei bei starken Dehnungen geboten. Zudem sollten Sportarten mit vielen hüpfenden Bewegungen wie beispielsweise Zumba stets vorab mit dem Arzt oder der Hebamme abgeklärt werden.
  • Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen ist es sinnvoll, in der Schwangerschaft aktiv zu bleiben. Moderater Sport soll dabei nicht nur positive Auswirkungen auf den Verlauf der Schwangerschaft haben, sondern zugleich positiv auf den Geburtsverlauf wirken.
  • Die empfohlene Gewichtszunahme in der Schwangerschaft hängt von dem Gewicht ab, was die Schwangere vor der Schwangerschaft hatte. Die empfohlene Gewichtszunahme wird in einen Zusammenhang mit dem BMI gesetzt.

Rund um den Kinderwunsch oder die Schwangerschaft gibt es mehr als tausend Fragen, die Frauen beschäftigen. Wichtige Themen sind dabei, das eigene Körpergewicht und damit zusammenhängend auch Sport in der Schwangerschaft.

Unser Ratgeber geht dabei sowohl den Empfehlungen für das Körpergewicht bei einem Kinderwunsch als auch den empfohlenen Zunahmen im Verlauf der Schwangerschaft nach. Außerdem relevant ist in diesem Zusammenhang, welche Auswirkungen das Körpergewicht hinsichtlich der Fruchtbarkeit und des Schwangerschaftsverlaufs haben kann. Beim Thema Sport in der Schwangerschaft sind viele Frauen ebenfalls verunsichert. Wir räumen mit diesen Unsicherheiten auf. Wenn diese Fragen auch Sie beschäftigen oder sogar quälen, finden Sie bei uns Antworten.

1. Körpergewicht vor und während der Schwangerschaft

Wer einen Kinderwunsch spürt, sollte sich bereits zu diesem Zeitpunkt mit seinem eigenen Körpergewicht beschäftigen. Denn das persönliche Gewicht und der eigene Körperfettanteil können einen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben.

So haben sowohl Frauen, die zu dünn sind, als auch Frauen, die über dem Normalgewicht liegen, in einigen Fällen Probleme überhaupt schwanger zu werden. In extremen Fällen können Abweichungen vom Normalgewicht in beide Richtungen negative Auswirkungen auf den weiblichen Zyklus haben. Als Idealgewicht für den Schwangerschaftsbeginn wird ein Gewicht mit einem idealen BMI zwischen 19 und 26 angesehen.

Tipp: Um Ihren BMI ganz einfach selber zu berechnen, nutzen Sie die folgende Formel: BMI = Körpergewicht:(Körpergröße in m)2. Umgesetzt wäre das bei einer Frau, die 1,70 m ist und 60 Kilo wiegt wie folgt: 60:(1,7)2=21.

1.2. Zunahme in der Schwangerschaft

Frauenärzte geben eine klare Empfehlung für die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft aus. Diese richtet sich nach dem BMI der Frauen vor dem Schwangerschaftsbeginn.

Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

BMI (Untergewicht)< 19: 12,5 -18 Kilo
BMI (Normgewicht)< 26: 11,5 -16 Kilo
BMI (leichtes Übergewicht)29: 6-9 Kilo

Allerdings besteht kein Grund, permanent auf die Waage zu steigen. Vertrauen Sie auf die regelmäßigen Gewichtskontrollen bei Ihrem Frauenarzt. Diese Kontrollen reichen gewöhnlich. Nur bei einem konkreten Grund, sollten Sie Ihr Gewicht genauer kontrollieren.

1.3. Empfohlene Gewichtszunahme nach Schwangerschaftswochen

Wer es gerne etwas genauer hat, kann sich an den empfohlenen Werte je nach Schwangerschaftswoche orientieren. In den ersten 13 Schwangerschaftswochen (kurz SSW) nehmen die meisten Frauen nicht zu. Einige nehmen hier sogar durch Übelkeit ab. Ab der SSW 14 gilt eine Zunahme von durchschnittlich 300 Gramm/ Woche als normal. Und ab der SSW 27 dürfen jede Woche etwa 500 Gramm dazukommen.
Dies sind jedoch nur Richtwerte und die Gewichtszunahme muss nicht exakt so verlaufen. Wichtig ist dabei, dass Sie auf Ihre Ernährung achten. Ernähren Sie sich abwechslungsreich, gesund und möglichst zuckerarm. Trinken Sie zwischen zwei bis drei Litern Wasser am Tag. Hiermit sorgen Sie am besten für sich und Ihr Baby.

Achtung: Risiko Schwangerschaftsdiabetes. Zu den häufigsten Begleiterscheinungen im Verlauf einer Schwangerschaft gilt mittlerweile die Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes). Als solche gilt eine erstmals in der Schwangerschaft auftretende Kohlenhydrat-Stoffwechselstörung. Zu den Risikofaktoren gehören hier Frauen mit einem Übergewicht und Fällen von Diabetes Typ 2 in ihrer Familie. Wird die Schwangerschaftsdiabetes festgestellt, können passende Gegenmaßnahmen wie eine diätische Ernährung sowie gegebenenfalls Spritzen ergriffen werden. Bei einer nicht erkannten und entsprechend nicht behandelten Gestationsdiabetes bestehen Risiken wie beispielsweise extrem große und schwere Babys und damit einhergehend komplizierte Geburten.

2. Sport in der Schwangerschaft

Gewichtszunahme Schwangerschaft

Moderater Sport in der Schwangerschaft wird mittlerweile empfohlen.

Die Empfehlungen hinsichtlich des Sports in der Schwangerschaft haben sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Heute wird moderat ausgeübter Sport schwangeren Frauen sogar empfohlen. So soll der Schwangerschaftsverlauf und die Geburtsdauer durch eine aktive Schwangerschaft verbessert werden.
Bei einer aktiven Schwangeren verbessern sich die Durchblutung sowie die Sauerstoffsättigung des Blutes und die Kondition bleibt erhalten. Hiervon soll auch das Baby profitieren. Zudem hat die Schwangere mit einem fitten Körper in den meisten Fällen einfach mehr Kraft für die Geburt.

2.1. Nicht jeder Sport ist jedoch ideal

Aber welcher Sport ist nun für die ganze Schwangerschaft geeignet? Als ideale Sportarten werden in der Schwangerschaft die ruhigeren Sportarten angesehen. Von Krafttraining an Geräten und dem Bauchmuskeln trainieren sollte abgesehen werden. Vorsicht geboten ist ebenfalls bei starken Dehnungen, da das gesamte Gewebe lockerer ist.
Zugleich richtet sich die Empfehlung hierbei jedoch auch nach der Schwangeren. War die Schwangere beispielsweise vor der Schwangerschaft regelmäßig joggen, so kann sie das ab der sicheren Einnistung und bei Wohlbefinden auch moderat während der Schwangerschaft weiterhin tun.

2.2. Sanfte Sportarten werden empfohlen

Durch die generellen körperlichen Veränderungen und Lockerungen im Gewebe werden gerade die sanfteren Sportarten wie beispielsweise Schwimmen oder Yoga als ideal für die Schwangerschaft angesehen. Auch leichtere Sportarten, die etwas für die allgemeine Fitness tun wie beispielsweise Walking, werden empfohlen. Diese helfen schließlich die Kondition der Schwangeren zu erhalten und sollen sich gleichzeitig durch die verbesserte Sauerstoffaufnahme auch auf die Entwicklung des Babys positiv auswirken.

In vielen Städten werden mittlerweile statt oder ergänzend zu den gewöhnlichen Geburtsvorbereitungskursen noch spezielle Yoga oder Fitnesskurse für Schwangere angeboten. Hierbei wird der Körper der Schwangeren gezielt auf die Geburt vorbereitet. Zugleich helfen gerade auch die Atemübungen unter der Geburt, die Ruhe zu bewahren und die eigene Kraft gezielter einzusetzen.

Bei Unsicherheiten sollte stets mit dem Frauenarzt oder der Hebamme Rücksprache gehalten werden. Generell gilt jedoch auch: Wer vor der Schwangerschaft wenig bis gar keinen Sport gemacht hat, sollte auf die Bewegung in der Schwangerschaft nicht verzichten. Auch längere Spaziergänge unterstützen den Körper und helfen dem eigenen Wohlbefinden. Nur in wenigen Fällen wird ein Arzt sich gezielt gegen Bewegung in der Schwangerschaft aussprechen. Ansonsten gilt: Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit.

Tipp: Entscheidend ist bei Sport in der Schwangerschaft stets das eigene Körpergefühl. Was sich nicht gut anfühlt, sollte unterlassen werden.

 

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