Das sollten Sie tun, um die Trennungsangst beim Baby zu umgehen

Mutter und Baby
  • Die Trennungsangst ist ein vollkommen normaler Prozess in der Entwicklung eines Kindes und sollte so gut es geht von den Eltern unterstützt werden.
  • Um die Trennungsangst zu lindern, müssen Eltern Verständnis, aber auch Geduld und Durchsetzungsvermögen beweisen – ohne dies geht es nicht.
  • Ein langsamer Start der Trennung ist wichtig, um den Kindern das Gefühl von Sicherheit zu geben. Nur so bleibt das Vertrauen erhalten und die Kinder merken, dass eine kurzzeitige Trennung nichts schlimmes ist – die Mama kommt schließlich immer wieder.

Die Trennungsangst beim Baby ist ein vollkommen natürlicher Prozess, den so gut wie alle Eltern durchlaufen. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie die Verlustangst beim Baby überwinden und die Ursachen, die zur Trennungsangst führen, erkennen können.

1. Mit 8 Monaten erleben Eltern oft zum ersten Mal die Trennungsangst beim Baby

Psychologie des Kindes verstehen

Die Trennungsangst ist ein psychologischer Effekt. Dies muss man begreifen um zu verstehen, dass diese Phase im Leben eines jeden Kindes normal ist.

8 Monate lang war alles gut und plötzlich schreit das Kind, wenn die Mama aus dem Zimmer geht oder es Nachts mal wach wird. Diese Phase ist vollkommen normal und wie lange sie anhält, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Hinzu kommt, dass es auch die Konsequenz der Eltern Einfluss hat, ob und wie die Trennungsangst beim Baby behandelt wird. Ohne Tränen verläuft diese Phase recht selten, darüber sollte man sich bewusst sein.

Doch warum dauert es so lange, bis diese Ängste nach der Geburt auftreten? Wir alle sind Gewohnheitstiere, haben unsere Rituale und Abläufe. In den ersten Lebensmonaten war vor allem die Mama fast immer da und hat das Kind daran gewöhnt, dass Mama in greifbarer Nähe ist.

Papa gibt Baby die Flasche

Sind Mama und Papa von Anfang an gleichermaßen für das Kind da, kann dies eine Trennungsangst mindern.

Je älter die Kinder werden und je weniger sie auf die Mama angewiesen sind (beispielsweise, weil nicht mehr gestillt wird, sondern nun auch der Papa die Flasche geben kann), desto öfter ist es wichtig, sich auch mal für einen Moment vom Kind zu lösen. Nur so kann es lernen, dass die Mama zwar geht, aber auch wiederkommt. Erst wenn das Kind merkt, dass die Mama wiederkommt, wird es sich wieder beruhigen und die plötzlich auftretenden Ängste nach der Geburt ablegen.

Tipp: Bei einigen dauert die Phase der Trennungsangst bis das Kind 10 Monate alt ist, bei anderen bis zu 1 Jahr. Haben Sie Geduld und üben Sie mit Ihrem Baby, dann vergeht auch diese Zeit.

2. Die Verlustangst beim Baby kann man auch in der Nacht überwinden – wenn auch mit viel Geduld

Wenn das Kind bisher bei den Eltern im Zimmer oder gar im Bett schlafen durfte, ist die Verlustangst beim Baby verständlich, wenn es plötzlich alleine in seinem Zimmer schlafen muss. Die Mutter-Kind-Bindung ist schließlich eine der wichtigsten Bindungen im Leben und diese plötzlich aus dem Takt zu bringen, kann für das Baby ein enorm einschneidendes Erlebnis sein.

Fangen Sie daher behutsam an, wenn Sie möchten, dass sich Ihr Kind auch beim Schlafen langsam von Ihnen löst: Hat das Kind bisher im Bett bei Ihnen geschlafen, sollten Sie es nun erst einmal ins Kinderbett direkt neben Ihrem Bett legen. Wird das Kind beim Schlafen sehr unruhig, hilft es schon, die Hand auf das Bein oder den Arm zu legen. Stellen Sie dann, wenn alles soweit funktioniert, das Bett ins Kinderzimmer und testen Sie, wie Ihr Kind sich dort verhält. Ist es sehr unruhig, kann es helfen, wenn die Mama die erste Zeit bis zum Einschlafen beim Baby bleibt und sich danach aus dem Zimmer schleicht. Es ist oft ein langer Prozess, aber auf Dauer nicht anders lösbar.

3. Die Symptome der Ängste nach der Geburt zu deuten, ist der erste Schritt, um sie überwinden zu können

Sie können die Trennungsangst nur überwinden, wenn Sie die Symptome richtig deuten. Mindestens genauso wichtig ist es jedoch, dass Sie Ihrem Kind stets das Gefühl von Sicherheit geben. Lassen Sie Ihr Kind beispielsweise nur mit einem unguten Gefühl beim Partner, so spürt das Kind dies – Unsicherheit und Ängste sind da vorprogrammiert.

An den folgenden Symptomen können Sie erkennen, ob Ihr Kind Trennungsangst hat:

Baby weint an Bein

Das Kind schreit, sobald die Mama den Raum verlässt? Dann heißt es üben!

  • Schreien oder Weinen, sobald Sie den Raum verlassen
  • Extreme Unruhe vom Kind – auch beim Schlafen
  • Das Kind wird zwar unruhig, wenn Sie den Raum verlassen, beruhigt sich aber schnell wieder, wenn es aus dem Nebenraum Ihre Stimme hört

Natürlich gibt es noch unzählige weitere Anzeichen. Einige Kinder reagieren auf diesen Stress mit Bauchweh, Durchfall oder auch Schluckauf. Mit der Zeit werden Sie aber ein Gefühl dafür bekommen, ob Ihr Baby wirklich in diesem Moment Trennungsängste hat oder andere Ursachen zum Weinen und Schreien führen.

Vor- und Nachteile von deutlichen Reaktionen der Trennungsangst beim Baby

  • Eltern können schnell reagieren und es fällt ihnen leichter, zwischen den Symptomen der Trennungsangst und Symptomen von Krankheiten zu unterscheiden.
  • Eine deutliche Reaktion reflektiert oft das Verhalten der Eltern. Meist haben die Mütter eine genauso große Trennungsangst wie das Baby (oft auch nach dem Tod eines Kindes) – und werden sich dann darüber bewusst.
  • Auch wenn die Phase nervig sein kann, so zeigt sie doch, dass in der kindlichen Entwicklung alles richtig verläuft. Hat ein Baby keine Ängste, kann dies darauf hindeuten, dass etwas nicht stimmt (beispielsweise wenn das Baby gar nicht erst sieht, dass die Mama den Raum verlässt).
  • Die Reaktionen können unheimlich an den Nerven der Eltern zehren und es braucht viel Geduld, Verständnis, aber auch Durchsetzungsvermögen. Auf das Feingefühl kommt es nun an!
  • Oft leiden die Partner darunter, weil die Mutter die Trennungsangst vom Baby nicht sehen will und geben dem Partner die Schuld, weil sich das Baby “scheinbar nicht bei ihm wohlfühlt”.

4. Wichtige Fragen und Antworten

Mein Baby durchleidet die Trennungsangst nur beim Babysitter. Was tun?

Baby mit Babysitter

An den Babysitter muss sich das Kind langsam gewöhnen – nehmen Sie sich die Zeit!

Vor allem das Thema Babysitter muss langsam und behutsam angegangen werden. Lassen Sie Ihr Kind nicht plötzlich alleine, sondern laden Sie die Babysitterin mehrfach zu sich nach Hause ein, bevor Sie dann wirklich für mehrere Stunden weg sind. Auch hier handelt es sich um eine reine Gewöhnungssache und eine Babysitterin ist in der Regel erst einmal eine fremde Person, wie soll das Kind da ein Gefühl von Sicherheit bekommen?

Gibt es Tricks, die bei Trennungsangst noch helfen können?

Kleine Tricks können durchaus helfen, die Symptome der Trennungsangst zu mindern und sie im Laufe der Zeit verschwinden zu lassen:

Nicht überstürzen Sicherheit weiterhin vermitteln
Schleichen Sie sich nicht aus dem Raum, sondern achten Sie darauf, dass Ihr Baby Sie am Anfang bewusst sieht (und sie nur gerade im anderen Raum sind). Manchmal reicht der Pullover mit Mamas Geruch schon aus, damit sich das Kind sicherer fühlt.
Spielen Kinder, ist es meistens einfacher, für einen kurzen Moment zu gehen, weil sie ohnehin gerade nicht mit der Mama beschäftigt sind. Aber auch hier gilt: Nicht wegschleichen. Leidet das Baby unter Trennungsangst, sollten die ersten Trennungen wenigstens in vertrauter Umgebung stattfinden. Auch dies kann ein wenig das Gefühl der Sicherheit verstärken.
Bei Trennungsangst bei der Mama, sollte das Kind wenigstens eine andere vertraute Person um sich haben – nicht beim ersten Versuch den fremden Babysitter! Am Anfang reichen wenige Sekunden, dann Minuten, in denen die Mama weg ist. Das Kind muss wissen, dass sie immer wiederkommt. Übung macht den Meister!
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