Wachstumsschmerzen bei Ihrem Kind/Baby

vater tröstet tochter.
  • Besonders stark ist das Wachstum von Kindern, wenn sie schlafen. Der Großteil der Wachstumshormone, ungefähr 70 % bis 80 %, wird während des Schlafens ausgeschüttet. Dass der Nachwuchs gerade eine Wachstumsphase hat, merken Sie daran, dass ihm nachts die Knie, die Füße oder die Beine schmerzen.
  • Im Volksmund versteht man unter Wachstumsschmerzen beim Kind oder Baby unklare Schmerzen, die aber größtenteils bei Kleinkindern oder Grundschülern auftreten. Ein eindeutiger wissenschaftlicher Beweis dafür, dass Wachsen weh tut, wurde jedoch bisher von niemanden erbracht.
  • Dennoch sprechen Ärzte meist von „Wachstumsschmerzen“ bei einem Kind oder Baby. Es wird geschätzt, dass ungefähr jedes dritte Kind diese Beschwerden erleidet. Der Schmerz ist jedoch meistens kurzfristig und klingt schnell von alleine wieder ab.

1. Es gibt viele Theorien dafür, warum Kinder oder Babys Wachstumsschmerzen haben

Das Wachstum verläuft in Phasen

Ihr Kind wächst in verschiedenen Phasen unterschiedlich schnell. Innerhalb der ersten 12 Lebensmonate sind es ca. 25 cm – knapp 3 cm alle 6 Wochen. Kleinkinder ab 3 Jahren und Grundschüler wachsen pro Jahr um nahezu 4 cm. Während der Pubertät wächst ein Junge ungefähr 13 cm pro Jahr und ein Mädchen etwa 7 cm pro Jahr.

Vermutungen zufolge entstehen die Schmerzen durch das wachstumsbedingte Dehnen von Sehnen und Bändern. Andere Theorien gehen davon aus, dass überanstrengte Muskeln, die Tags schwer beansprucht wurden, für die Schmerzen verantwortlich sind.

Von den meisten Kinderärzten wird als Ursache dafür, dass Kinder oder Babys Wachstumsschmerzen empfinden, das Knochenwachstum und die dadurch schmerzende Knochenhaut als am wahrscheinlichsten angesehen. Das ist vor allem der Tatsache geschuldet, das sich die Schmerzen meist dort zeigen, wo das meiste Längenwachstum stattfindet.

An den Wachstumsfugen findet meistens die Verlängerung von den großen Röhrenknochen wie Unter- und Oberschenkel statt. Die Wachstumsfugen befinden sich in der nähe des Knies sowie am Schienbein und Wadenbein.

Nachts werden verstärkt Wachstumshormone ausgeschüttet, die dafür sorgen können, dass wenige Hundertstel Millimeter bis 0,2 mm Wachstum pro Tag stattfinden. Das klingt zwar nicht viel, ist aber für die einzelne Nervenzelle, die dabei gedehnt wird, ein starke Belastung – und die empfindliche Knochenhaut ist übersät von Nervenzellen.

2. Die Symptome von Wachstumsschmerzen sind von Kind zu Kind sehr verschieden

kind hat wachstumsschmerzen im arm

Es ist zwar seltener aber Wachstumsschmerzen kommen manchmal auch in den Armen vor.

Manche Kinder klagen sehr oft über Wachstumsschmerzen, andere fast gar nicht. Bei wieder anderen wird der Schmerz nicht als besonders dramatisch empfunden. Im folgenden Abschnitt finden Sie einen kurzen Überblick über die üblichen Symptome:

  • Häufig befindet sich der Schmerz in den Beinen (Waden, Oberschenkel oder Schienbein). Weniger häufig sind sie in Armen, der Leiste, im Rücken oder den Rippen zu finden. Gelenke sind in der Regel gar nicht betroffen.
  • Die schmerzende Stelle kann nicht exakt lokalisiert werden.
  • Die Schmerzen entstehen nicht während körperlicher Bewegung, sondern während der Ruhephase am Abend oder in der Nacht. Am nächsten Morgen sind sie meist wieder weg.
  • Hat sich das Kind tagsüber körperlich schwer ertüchtigt, z. B. durch Wandern, Fußball oder sonstigen Sport, ist der Wachstumsschmerz abends wahrscheinlicher.
  • Nachts hält der Schmerz nur wenige Minuten bis ein paar Stunden an und fehlt tagsüber komplett.
  • Der Schmerz wird von den Kindern als stechend, brennend oder drückend beschrieben.
  • Am betroffenen Bein wandert der Schmerz meist von der Hüfte zum Fuß oder von einem Bein zum anderen.
  • Der Schmerz tritt über Monate hinweg regelmäßig auf und stört den Nachtschlaf.

3. Die Diagnose von Wachstumsschmerzen bei einem Kind oder Baby erfolgt durch ein Ausschlussverfahren

der Arzt kann helfen bei wachstumsschmerzen

Ein Besuch beim Arzt kann bei Wachstumsschmerzen weiterhelfen.

Sind neben den nächtlichen Beschwerden auch tagsüber Schmerzen vorhanden, sollten Sie sicherheitshalber einen Kinderarzt aufsuchen, um der Ursache genau auf den Grund zu gehen.

Der Kinderarzt stellt die Diagnose für Wachstumsschmerzen nur als Differenzialdiagnose und muss davor einige Erkrankungen per Ausschlussverfahren bewerten:

  • äußere Verletzungen wie etwa Blutungen, Schürfwunden oder Blutergüsse
  • rheumatische Erkrankungen (rheumatisches Fieber folgend auf eine Streptokokkeninfektion)
  • Entzündungen mit Fieber, Schwellungen oder Rötungen
  • auch Zecken können durch Borreliose Monate nach dem eigentlichen Biss Gelenkschmerzen verursachen
  • Brüche, bei denen die Knochenhaut intakt bleibt
  • gutartige Tumore wie Osteoidosteome und Enchodrome sowie bösartige wie Osteosarkome, Chondorosarkome oder Ewing-Sarkome
  • Leukämien

4. Es gibt einige Möglichkeiten, Ihrem Kind bei Wachstumsschmerzen zu helfen

Die schnellste und einfachste Methode, dem Nachwuchs bei diesen Schmerzen zu helfen, ist sich direkt intensiv um sie zu kümmern. Zudem helfen Spiele als Ablenkung vom Schmerz, damit er nicht mehr so stark im Vordergrund steht.

Ebenfalls kann eine Massage gut helfen, um damit die Durchblutung anzuregen. Salben, Öle oder Bodylotions mit Johanniskraut- oder Arnika-Zusätzen sind gut für eine Massage geeignet. Franzbranntwein, der früher oftmals für diese Situation verwendet wurde, ist für die empfindliche Haut von Kleinkindern eher weniger geeignet.

Je nach Empfindung des Kindes kann auch mit Kälte oder Wärme gegen die Wachstumsschmerzen angegangen werden. Probieren Sie also aus, worauf Ihr Kind besser reagiert. Als Wärmespender eignet sich zum Beispiel eine Wärmflasche. Auch ein warmes Bad, bei dem sich Mama und Papa liebevoll um den Nachwuchs kümmern, kann hilfreich sein.

Um die Beschwerden zu lindern, ist von Medikamenten im Allgemeinen eher abzuraten, außer die Schmerzen werden wirklich unerträglich für Ihr Kind. Hierbei am besten mit dem Kinderarzt Rücksprache halten. Meistens wird in diesem Fall Paracetamol oder Ibuprofen verschrieben.

Für einige Fälle können auch Naturheilkunde oder Homöopathie mit Globuli sowie Schüssler-Salze das gewünschte Ergebnis bringen. Lassen Sie sich dazu am besten von einem erfahrenen Heilpraktiker beraten.

5. Prophylaxe ist meistens die beste Lösung

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist meist der beste Weg, um Wachstumsschmerzen bei Kindern zu minimieren. Besonders während des Wachstums benötigt der Körper Vitamine und Mineralstoffe in rauen Mengen.

Magnesium wird von Ärzten besonders hervorgehoben. Spezielle Präparate können hier nach einer entsprechenden Beratung in Apotheken gekauft werden. Diese gibt es als Brausetabletten oder in speziellen Kapseln, bei denen die Wirkstoffe exakt auf das Kindeswohl dosiert sind.

Tipp: Regelmäßige Bewegung durch Sport oder einfaches Herumtoben sorgen dafür, dass der Schmerz geringer ausfällt, als bei Kindern die sich gar nicht körperlich ertüchtigen. Vor dem Sport ist aber darauf von Ihnen zu achten, dass Ihr Kind ausreichend aufgewärmt ist.

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