Wegwerfwindeln vs. Stoffwindeln: Diese Fakten erleichtern die Entscheidung

  • Stoffwindeln sind umweltfreundlicher als Wegwerfwindeln, jedoch durch das regelmäßige Waschen auch pflege- und zeitintensiver. Zudem müssen genügend Windeln vorhanden sein, wenn man nicht täglich waschen möchte.
  • Wegwerfwindeln sind besonders praktisch für unterwegs durch die einfache Entsorgung, bieten oft den besseren Auslaufschutz, sind dafür aber deutlich teurer im Vergleich.
  • Die eine richtige Windel gibt es nicht. Manche Eltern kombinieren die Vorteile beider Windelarten, nutzen für unterwegs Wegwerfwindeln und daheim Stoffwindeln. Da jede Windelart ihre Vor- und Nachteile hat, müssen Eltern sich für die Variante entscheiden, mit der sie besser zurechtkommen.

Wegwerfwindeln sind hygienischer, Stoffwindeln dafür umweltfreundlicher. Vor- und Nachteile haben beide Windel-Modelle, so dass die Entscheidung oft nicht leicht fällt.

In diesem Bericht erklären wir Ihnen die Vor- und Nachteile der Stoff- als auch Wegwerfwindeln, geben Tipps für die Praxis und verraten, warum es sich manchmal lohnen kann, beide Windel-Modelle zu nutzen.

1. Stoffwindeln sind umweltfreundlicher und sparen Geld ein

Stoffwindeln aus beispielsweise Baumwolle sind nicht nur besonders angenehm auf der Haut , sondern mittlerweile auch in sämtlichen Farben erhältlich. Bunt, mit Blümchen und wer ein wenig Talent hat, näht sich sein Stoffwindel-Set einfach selbst. Umweltfreundlich werden sie, weil zum einen eine große Menge an Müll vermieden werden kann, sich die Stoffwindeln beim zweiten Kind (oder dem der besten Freundin?) nochmals benutzen lassen und sie zur Reinigung nur in die Waschmaschine gesteckt werden müssen.

Noch unkonventioneller lässt es sich mit einem einfachen Tuch aus Wolle arbeiten. Dieses kann man so ums Kind falten, dass die (bereits vorhandenen Verschlüsse) sich genauso leicht schließen lassen wie die einer formfertigen Stoffwindel. Auf Dauer spart man mit dem Verwenden von Stoffwindeln oder Baumwolltüchern im Vergleich zu den Wegwerfwindeln eine Menge Geld ein.

Pro- und Contra Stoffwindeln

  • Umweltfreundliche Alternative zu Wegwerfwindeln mit Plastiksanteilen.
  • Verursachen weniger Kosten (trotz Waschen).
  • Lassen sich selbst nähen.
  • Können auch noch fürs zweite Kind genutzt werden.
  • Unterwegs kann es unangenehm werden, wenn die volle Stoffwindel nach dem Wickeln über längere Zeit transportiert werden muss.
  • Es müssen genug Stoffwindeln vorhanden sein, wenn man nicht täglich waschen möchte.

1.1. Stoffwindel richtig reinigen: So geht´s

Neue Windeln einwaschen

Wenn man Stoffwindeln gekauft hat, sollte man diese vor der ersten Nutzung einwaschen. Das bedeutet: Einfach mit in die normale Wäsche geben und einmal reinigen lassen, um ggf. Rückstände vom Herstellungsprozess entfernen zu können (führen oft zu Reizungen).

Die Stoffwindeln lassen sich zusammen mit normaler Wäsche waschen (Unterwäsche der Eltern beispielsweise). So kann die Waschmaschine aufgefüllt werden, wodurch nochmals an Energie eingespart werden kann.
Grobe Rückstände in der Windel sollten vor dem Waschgang entfernt werden (sofern keine Einmal-Bambus-Einlage verwendet wird). Die Windeln können dann mit normalem Waschmittel im Koch-/Buntwäschenprogramm gewaschen werden (Temperatur ist abhängig von den verschiedenen Stoff-Arten).

Zum Trocken hängen Sie die Stoffwindeln einfach im Sommer auf den Wäscheständer in die Sonne (umweltfreundliche Variante) oder alternativ in den Trockner.

1.2. Stoffwindeln sind unpraktisch im Alltag? Nicht unbedingt!

baby mit stoffwindel

Einmal-Bambus-Einlagen für unterwegs machen die Stoffwindeln genauso praktisch wie die Wegwerfwindeln – nur umweltfreundlicher!

Natürlich ist die reine Stoffwindel unterwegs unpraktisch. Die Wegwerfwindel überzeugt da mehr, jedoch gibt es auch für die Stoffwindel mittlerweile Einlagen aus umweltfreundlichem Bambus. Diese Bio-Bambus-Einlagen werden in die Stoffwindel hineingelegt, saugen die Ausscheidungen vom Neugeborenen auf und können dann genauso einfach entsorgt werden wie die klassische Wegwerfwindel. Die Bambus-Einlagen gibt es sowohl als Einmal-Einlagen und als Einlagen zum Wiederverwenden.

2. Wegwerfwindeln sind hygienischer und saugen die Feuchtigkeit oft besser auf

Wegwerfwindeln gehören immer noch zu den beliebtesten Windeln zum Wickeln für Neugeborene. Es gibt sie in verschiedenen Größen, die Anwendung ist auch für Eltern mit dem ersten Baby angenehm leicht und wenn man nicht unbedingt die teuren Markenwindeln kaufen möchte, findet man in Discountern günstige Alternativen.

Doch auch Wegwerfwindeln habe ihre Vor- und Nachteile. Sie saugen gut, halten den Po trocken und bieten vor allem nachts einen sehr sicheren Schutz vor Auslaufen. Doch die Nachteile sind nicht zu verachten:

einwegwindeln und stoffwindeln

Wegwerfwindeln vs. Stoffwindeln – die einen umweltfreundlich und pflegeintensiver, die anderen teurer und praktischer.

  • Mit Wegwerfwindeln produzieren Eltern in den ersten Jahren des Babys eine Menge Müll.
  • Das Wickeln kann zur Prozedur werden, wenn das Baby sich die Windel nicht richtig anlegen lässt, weil es ständig wund wird.
  • Welche Größe die Richtige ist, müssen Eltern ausprobieren. Die Unterschiede in den Größen und den Passformen sind bei den einzelnen Marken enorm, Stoffwindeln im Vergleich lassen sich leichter anpassen.
  • Wegwerfwindeln sind teuer. Selbst wenn Eltern nur günstige Wegwerfwindeln nutzen, summieren sich die Kosten im Laufe der Zeit auf eine beachtliche Summe.
Stoffwindeln Wegwerfwindeln
Umweltfreundlich. Besonders praktisch im Alltag.
Lassen sich selbst herstellen. Teurer als Stoffwindeln.
Bambus-Einmal-Einlagen sind praktisch für unterwegs. Bieten meist einen besseren Auslaufschutz.
Babys werden seltener wund als bei Plastikwindeln. Auch als spezielle, wasserdichte Schwimmwindeln erhältlich.

3. Wegwerfwindeln vs. Stoffwindeln: Die „eine richtige“ Windel gibt es nicht

baby mit stoffwindel

Wegwerfwindeln vs. Stoffwindeln: Die eine richtige Windel gibt es nicht, so dass alle Eltern für sich selbst entscheiden müssen, mit welchem Windel-Modell sie besser im Alltag zurecht kommen.

Ob Stoffwindeln oder Einwegwindeln: Die eine richtige Windel gibt es nicht. Einige Eltern verwenden aufgrund der besonders praktischen Vorteile der Einwegwindeln lieber diese Art, während andere Eltern Neugeborene von Anfang an nur mit Stoffwindeln wickeln möchten. In Bezug auf den Umweltschutz lautet die Empfehlung in der Regel, dass die Nutzung von Stoffwindeln besser, nachhaltiger und letztendlich auch günstiger ist.
Wer sich nicht gerade für unterwegs Einweg-Bambus-Einlagen für die Stoffwindel kaufen möchte, ist jedoch mit einer Wegwerfwindel deutlich bequemer unterwegs.

Wegwerfwindeln vs. Stoffwindeln: Beide Windelarten haben ihre Vor- und Nachteile, sodass alle Eltern nur für sich selbst entscheiden können, ob sie lieber zur Stoffwindel oder zu Einwegwindeln greifen. Verurteilen sollte man niemanden für seine Wahl, denn trotz der Nachhaltigkeit sind Stoffwindeln deutlich pflegeintensiver (und kosten Zeit). Ein Falsch oder Richtig gibt es demnach nicht.

4. Wichtige Fragen und Antworten

4.1. Wunder Po: Nutze ich die falsche Windel?

baby wunder windelbereich

Ist der Po wund, kann eine Stoffwindel oft eine gute Alternative sein. Baumwolle ist meist atmungsaktiver als (günstige) Plastikwindeln.

Wie viele andere junge Eltern sind auch Eltern von Babys mit wundem Po schnell unsicher, ob vielleicht die falsche Windelwahl getroffen wurde. Ist der Po bei einer Wegwerfwindel ständig wund oder gar von Ausschlag übersät, kann sich durchaus der Umstieg auf eine (besonders hautfreundliche) Stoffwindel lohnen.

Ein wunder Po kann auch die Ursache sein, wenn die Windel nicht oft genug gewechselt wird und der Po dadurch ständig feucht ist (unabhängig davon, ob eine Stoff- oder eine Wegwerfwindel genutzt wird). Öfter wickeln kann demnach schon die Lösung sein.

Tipp: Im Zweifel lohnt sich ein Gespräch mit der Hebamme oder einer (erfahrenen) Mutter. Vor allem junge Eltern übersehen zu Beginn noch viele Kleinigkeiten.

4.2. Wie lange tragen Babys Windeln?

Einige Kinder sind bereits im Alter von 2 Jahren in der Lage, frühzeitig Alarm zu schlagen, wenn sie „mal müssen“. Doch dies ist kein Maßstab. Oft berichten Eltern, dass ihre Kinder erst mit 4 Jahren komplett windelfrei geworden sind. Früh üben kann sich lohnen, denn spätestens wenn das Kind in die Kita kommt, sollte es seinen Stuhlgang selbst kontrollieren können.

 

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