ADHS / ADS bei Kindern

adhs kann kinder aggressiv machen
  • ADHS und ADS unterscheiden sich stark voneinander.
  • ADHS ist die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivstörung. 
  • ADS ist das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.

Die Aufmerksamkeitsdefizit Hyperaktivstörung (ADHS) ist ein lang bekanntes Erkrankungsbild, über das in medizinische Fachliteratur bereits seit über 50 Jahren berichtet wird. ADHS hat viele verschiedene Symptome. Trotzdem sind bis heute die genauen Entstehungsfaktoren immer noch nicht bekannt.  Auch ADS hat viele Gesichter. Ein betroffenes Kind muss sich mit der Krankheit in erster Linie selber auseinandersetzen, aber auch Eltern sollten lernen mit dieser Erkrankung umzugehen.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie sich ADHS und auch ADS bei Kindern äußern kann. Wir erklären Ihnen außerdem Behandlungsmöglichkeiten und wie ein Mediziner bzw. Kinderarzt die Krankheit diagnostizieren kann.

1. Kinder mit ADHS haben Probleme mit ihrer Impulsivität

ads bei kindern

Eltern bekommen erst sehr spät mit, dass Kinder an ADHS leiden.

ADHS ist eine Störung, die zur Gruppe der Verhaltens- und emotionalen Störungen gehört. Die Krankheit tritt immer in der Kindheit bzw. im Jugendalter auf. Sie äußert sich durch Probleme mit Aufmerksamkeit, Impulsivität und Selbstregulation. Manchmal kommt bei Kindern auch starke körperliche Unruhe hinzu. Hinzu kommt bei ADHS Kindern häufig die Hyperaktivität. Aus diesem Grund werden Kinder mit ADHS auch häufig als “Zappelphilipp” beschrieben. Für Eltern ist es häufig beruhigend zu wissen, dass die Krankheit nicht durch Erziehungsfehler ausgelöst wird. Vielmehr wird ein erblicher Zusammenhang vermutet.

Die Symptome bei einer ADHS Erkrankung äußern sich bei jedem Kind anders, deshalb ist die Verhaltensweise der ADHS Kinder nur schwer vorherzusagen. Trotzdem sollten Eltern auf die wichtigsten Symptome bei ADHS achten:

  • Aufmerksamkeitsstörung
  • Starker Bewegungsdrang
  • Unkontrolliertes Handeln
  • Unaufmerksamkeit
  • Allgemeine und spezifische Krankheitsmerkmale

Hinweis: ADHS Kinder bekommen meistens von anderen Kindern, die ebenfalls an der Krankheit leiden, tolle Unterstützung. Kinder unterstützen anders als Erwachsene. Es ist also oftmals hilfreich, dass ADHS Kinder häufig mit gleichgesinnten Kindern spielen.

2. Kinder mit ADS weisen Auffälligkeiten in ihrer Aufmerksamkeitsfunktion auf

Hinter der Abkürzung ADS versteckt sich das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Bei dieser Erkrankung liegt eine Auffälligkeit in der Aufmerksamkeitsfunktion vor. Kinder leiden häufig unter einer Impulsstörung – die Krankheit hat mit ADHS wenig gemeinsam, wird jedoch oftmals verwechselt. Kinder mit ADS erscheinen häufig als verträumt und in sich gekehrt. Sie sind sehr ruhig und stören eher selten. Insgesamt fallen Kinder mit ADS wesentlich weniger stark auf als Kinder mit ADHS.

Kinder, die unter ADS leiden, weisen häufig folgende Symptome auf:

  • Unaufmerksamkeit
  • Verträumtheit
  • Impulsivität
  • Schlechtes Kurzzeitgedächtnis und Vergesslichkeit
  • Wirkt zerstreut und chaotisch
  • Stimmungsinstabil
  • Mangelndes Selbstwertgefühl

Hinweis: Leider werden Kinder, die unter dieser Erkrankung leiden, häufig in der Schule Mobbing ausgesetzt. Deswegen ist es für Sie als Eltern besonders wichtig sich mit dem Thema intensiv zu befassen. Denn sowohl die Krankheit ADHS als auch die Krankheit ADS ruft bei unseren Mitmenschen Missverständnisse hervor.

3. Die Auffälligkeiten werden in drei Altersphasen gegliedert

Viele Eltern bekommen erst sehr spät mit, dass Ihr Kind an ADHS oder ADS leidet. Gerade im Säuglingsalter wird häufig nicht davon ausgegangen, dass ein Kind bereits an einer der beiden Krankheiten leiden kann. Säuglinge bzw. Kleinkinder sind häufig sehr unruhig und zappelig. Trotzdem sollten Eltern darauf achten, wie weit diese Unruhe geht.

Verhaltensauffälligkeiten in verschiedenen Altersphasen:

Altersphase Beschreibung
Babyalter Es gibt Babys, die bereits im Mutterleib sehr unruhig sind. Auch nach der Geburt fallen diese Kinder häufig durch lang andauernde Schreiphasen auf. Babys sind grundlegend in Bewegung, sie rudern mit den Armen und strampeln besonders viel. Kinder, die unter ADHS leiden, weisen bestimmte körperliche Reaktionen verstärkt auf. So scheint das Kind in stetiger Unruhe zu sein und ist besonders schnell reizbar. Auch eine innerliche Anspannung und die Angst vor Berührungen oder Geräuschen ist ein Hinweis auf ADHS.
Kleinkinder Auch Kleinkinder können bereits ADHS bzw. ADS Symptome zeigen. Zu den Verhaltensweisen von ADHS Kleinkindern gehört vor allem die innere Rastlosigkeit. Auch motorische Hyperaktivität, die auch als Zappelphilipp-Syndrom beschrieben wird, ist bei diesen Kindern stark ausgeprägt. Hinzu kommt eine geringe Ausdauer bei Spielen und ausgeprägte Trotzreaktionen. Auch eine Teilleistungsschwäche lässt sich in vielen Bereichen wahrnehmen. Kinder, die an ADHS bzw. ADS in diesen jungen Jahren leiden, zeigen häufig auch eine verzögerte Spracherlernung.
Grundschulalter Im Grundschulalter zeigt sich die Erkrankung besonders intensiv. Vor allem bei ADHS neigen Kinder zur starken Ablenkbarkeit, wenig Ausdauer und Impulsivität. Auch eine geringe Frustrationstoleranz ist häufig ein Begleitsymptom. In der Pubertät können weiterhin ausgeprägte Symptome der Krankheit vorkommen.

4. ADHS und ADS können bei Kindern getestet werden

Kinder, die unter ADHS oder ADS leiden, können an unterschiedlichen Tests teilnehmen. Beim ADHS Test werden vor allem die Symptome getestet. Auch bei der Untersuchung für den Kindergarten wird häufig auf diese Symptome geachtet. Deshalb kann es sein, dass die Diagnose bereits bei der Voruntersuchung für den Kindergarten gestellt wird. In schweren Fällen ist es möglich eine Pflegestufe zu beantragen.

Sollte die Diagnose ADHS oder ADS gestellt worden sein, ist es wichtig die Krankheit zu behandeln. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Eine Möglichkeit ist es, das Kind mit einer Kindertherapie behandeln zu lassen. Auch der Aufenthalt in einer ADHS Klinik kann dabei helfen, die Hintergründe der Erkrankung zu verstehen. Des Weiteren kann die Ernährung Einfluss auf die Ausprägung der Krankheit haben. In der Klinik wird auch auf die Ernährung Bezug genommen.

Es gibt auch die Möglichkeit eine Verhaltenstherapie in Anspruch zu nehmen. Bei einer Verhaltenstherapie gehen spezielle Ärzte auf das Verhalten der Kinder ein. Es ist aber auch die medikamentöse Therapie möglich.

4.1. Kindertherapie

Eine Kindertherapie teilt sich in verschiedene Phasen. Zunächst gibt es die Informationsphase, in der die Aufklärung der Eltern über die Erkrankung erfolgt. In diesem Fall ist es ganz besonders wichtig die Kinder mit einzubinden. Während der Bewertungsphase wird die Untersuchung der familiären Verhaltensmuster, die zu dieser Verhaltensauffälligkeit führen können, untersucht. Selbstverständlich muss dies nicht der ausschlaggebende Grund für die Erkrankung sein.

Während der Trainingsphase wird ein Training durchgeführt, welches speziell für Kinder und Jugendliche  konzipiert ist. In diesem Zusammenhang kann auch ein Elterntraining stattfinden. Während dieses Trainings werden Kinder mit Spielzeugen und anderen Therapiemitteln behandelt. Die Auswertungsphase ist schlussendlich für die Überprüfung der erreichten Verhaltensänderung wichtig. In diesem Fall können Kinder bzw. auch Eltern feststellen, welche Fortschritte es während der Therapie gegeben hat.

4.2. Behandlung mit Medikamenten

ADHS und ADS können auch mit Medikamenten behandelt werden. In Deutschland gibt es eine lange Medikamentenliste für Kinder, die die unterschiedlichen Medikamente auflistet. Wann der Einsatz von Medikamenten sinnvoll ist, entscheiden die behandelnden Kinderärzte.

Unter anderem setzen Ärzte folgende Medikamente ein:

  • Methylphenidat
  • Atomoxetin
  • Dexamphetamin
  • Lisdexamfetamin
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (33 votes, average: 4,20 out of 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.