Partnerschaftsbonus beim Elterngeld: Anspruch und Tipps

eltern mit kind im sonnenuntergang
  • Der Partnerschaftsbonus ist ein Bonus beim Elterngeld, genauer beim ElterngeldPlus.
  • Durch den Partnerschaftsbonus werden vier zusätzliche Monate ElterngeldPlus gewährt.
  • Wollen Sie den Partnerschaftsbonus haben, müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Der Partnerschaftsbonus ist eine Zusatzleistung, die beim ElterngeldPlus gewährt werden kann. Elterngeld ist eine staatliche Leistung, die es Eltern erleichtern soll, sich selbst um ihr Kind zu kümmern. Es ist also ein Kinderbetreuungsgeld. Wenn Eltern durch ihren Nachwuchs weniger verdienen können, wird so ein gewisser Ausgleich geschaffen.

1. ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus

Das Elterngeld bewegt sich zwischen 300 und 1.800 Euro im Monat und wird 12 Monate lang gezahlt. Die Höhe ist u. a. abhängig vom bisherigen Einkommen. Beim ElterngeldPlus wird aus einem Monat zwei. Das heißt, es werden im Unterschied zum Elterngeld nur zwischen 150 und 900 Euro monatlich gezahlt, allerdings für 24 Monate. Als zusätzlichen Anreiz für das Elterngeld Plus hat der Gesetzgeber sich den Partnerschaftsbonus einfallen lassen.

1.1. ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus für Paare

Viele junge Eltern möchten zwar nicht dauerhafte auf eine berufliche Karriere verzichten, aber dennoch möglichst viel Zeit mit ihrem Kind verbringen. Unter bestimmten Bedingungen kann das ElterngeldPlus – das zunächst für 24 Monate läuft – um vier Monate verlängert werden. Diese vier Monate nennt man Partnerschaftsbonus. Es kommt unter den folgenden Voraussetzungen infrage:

  • Das Elternpaar geht zur selben Zeit in Teilzeit, und zwar für vier aufeinander folgende, gleichzeitige Monate.
  • Die Arbeitszeit in dieser Phase liegt bei beiden zwischen 25 und 30 Stunden in der Woche.

1.2. ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus für getrennt Lebende und Alleinerziehende

Wenn die beiden Eltern getrennt sind, ist der Partnerschaftsbonus dennoch möglich. Damit will der Gesetzgeber erreichen, dass beide Eltern ihr Kind gut finanziell fördern können und auch Zeit mit ihm verbringen können. Getrennt Lebende sollen so die Chance bekommen, zusammen Eltern zu sein. Auch hier gilt: Mutter und Vater müssen gleichzeitig in Teilzeit gehen, zu den o. g. Bedingungen.

Es gibt auch Elterngeld für Alleinerziehende. Wer sich als alleinerziehender Elternteil um sein Kind kümmert, kann auch vom Partnerschaftsbonus und profitieren und die vier zusätzlichen Monate in Anspruch nehmen. Dafür muss dieser Elternteil die Bedingungen des steuerlichen Entlastungsbetrags erfüllen und das Kind muss bei ihr / ihm hauptsächlich leben.

2. Während der Elternzeit steht Ihnen ein Kündigungsschutz beim Arbeitgeber zu

mann im anzug zieht zettel, auf dem employer steht, aus brusttasche

Während der Elternzeit gibt es einen Kündigungsschutz beim Arbeitgeber.

Wenn Eltern in der Phase der Elternzeit sind, sieht der Gesetzgeber einen Kündigungsschutz für sie vor. Dieser gilt ab frühestens sieben Tage vor dem Anfang der Anmeldefrist für die Elternzeit. Bevor Sie in Elternzeit gehen, müssen Sie dies Ihren Arbeitgeber wissen lassen:

  • … bis zum dritten Geburtstag des Kindes 7 Wochen vor dem Anfang der Elternzeit.
  • … nach dem dritten Geburtstag des Kindes 13 Wochen vor dem Anfang der Elternzeit.
  • Sie wollen während der Elternzeit in Teilzeit gehen? Dann hat der Arbeitgeber zugestimmt, wenn er nicht den Antrag innerhalb einer gewissen Frist ablehnt.

3. ElterngeldPlus und den Partnerschaftsbonus beantragen – so funktioniert’s

Man kann auch Elterngeld und ElterngeldPlus miteinander kombinieren. Beides kann man bei der zuständigen Elterngeldstelle beantragen. Dies muss schriftlich erfolgen und nach der Geburt des Kindes.

Das Elterngeld ist auch für zurückliegende Zeiten möglich, aber für höchstens drei Monate vor dem Monat der Antragstellung bei der Elterngeldstelle. Daher sollten Sie den Antrag möglichst innerhalb der ersten drei Monate nach der Geburt stellen.

Beide Elternteile können jeweils Elterngeld beantragen. Man kann zwischendurch von Elterngeld auf ElterngeldPlus wechseln und umgekehrt, aber nicht rückwirkend. Nur Beträge, die Sie noch nicht erhalten haben, können verändert werden. Ausnahme: Wenn Sie für bestimmte Monate ElterngeldPlus erhalten haben, lässt sich dies rückwirkend in Elterngeld umgewandeln. So lässt es sich individuell planen und einer flexibleren Elternzeit entgegen gehen.

Wer seine Elterngeldstelle sucht, kann diese finden auf der Website für das ElterngeldPlus. Geben Sie einfach Ihre Postleitzahl in die Suchmaschine ein.

4. Wann sich ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus lohnt

Natürlich werden sich viele Eltern fragen, ob sie eher Elterngeld oder ElterngeldPlus beantragen sollen, ob sich also der Partnerschaftsbonus für sie lohnt. Dafür sollte man am besten mit einem konkreten Beispiel rechnen, um sich die Chancen und Kniffe zu verdeutlichen.

Beispiel 1: Sie wollen den Partnerschaftsbonus beantragen und Sie und Ihr Partner verdienen ungefähr gleich viel

mann und frau mit taschenrechner

Sie sollten immer alle Alternativen beim Elterngeld und beim Partnerschaftsbonus durchrechnen.

  • Beide Elternteile haben vor der Elternzeit 2.000 Euro verdient und haben dementsprechend jeweils einen Elterngeldanspruch von 1.300 Euro, was 65 Prozent von 2.000 Euro entspricht. Mit der Teilzeitbeschäftigung verdienen Sie jeweils 900 Euro. Damit liegt der Zuverdienst bei 1.800 Euro.
  • In der Zeit des Partnerschaftsbonus bekommt man 50 Prozent des Elterngeldanspruchs, als 650 Euro.
  • Nun wird Folgendes berechnet: Der Verdienst während des Partnerschaftsbonus’ wird abgezogen vom ursprünglichen Verdienst: 2.000 – 900 = 1.100. Davon 67 Prozent sind: 737 Euro. Dieser Betrag ist höher als 50 Prozent des Elterngeldanspruchs.
  • Daher haben Sie 1.800 Euro Verdienst und 650 Euro Partnerschaftsbonus zu Verfügung.

Beispiel 2: Sie wollen den Partnerschaftsbonus beantragen und Sie verdienen viel mehr als Ihr Partner

  • Bei Ihnen liegt der Elterngeldanspruch bei 1.800 Euro, weil sie vorher 3.200 Euro Einkommen hatten, was oberhalb der gesetzlich definierten Grenze liegt. Ihr Partner hat einen Elterngeldanspruch von 670 Euro (was 67 Prozent von 1.000 Euro entspricht). Durch die Teilzeitbeschäftigung verdienen Sie netto 1.200 Euro, Ihr Partner 600 Euro.
  • Das Einkommen während des Partnerschaftsbonus liegt also etwa genauso hoch wie in Beispiel 1.
  • In den Monaten des Partnerschaftsbonus bekommen Sie 900 Euro (50 Prozent des Elterngeldanspruchs). Der korrigierte Anspruch auf Elterngeld in der Zeit der Teilzeitarbeit beträgt 3.200 (ursprünglicher Verdienst) – 1.200 (Teilzeitverdienst) = 2.000; davon 65 Prozent: 1.300. Laut Kappungsgrenze bekommen Sie dann 900 Euro Elterngeld Plus.
  • Damit haben Sie 1.800 Teilzeitverdienst + 900 Euro ElterngeldPlus zur Verfügung.

Beispiel 3: Sie wollen den Partnerschaftsbonus beantragen und Sie verdienen viel weniger als Ihr Partner

beratung zum partnerschaftsbonus bei der elterngeldstelle

Die Regeln zum Partnerschaftsbonus sind nicht immer einfach – die Elterngeldstelle kann Sie beraten.

  • Ihr Elterngeldanspruch liegt bei 670 Euro (67 Prozent von 1.000) und der Ihres Partners bei 1.800 Euro. Sein früheres Einkommen beträgt 3.000 Euro, was die gesetzliche Grenze überschreitet. Das Teilzeiteinkommen in der Phase des Partnerschaftsbonus beträgt bei Ihnen 400 Euro, bei Ihrem Partner 1.400 Euro.
  • Wiederum liegt das Einkommen in einem ähnlich Rahmen wie in Beispiel 1 und 2.
  • Sie haben für die Zeit des Partnerschaftsbonus’ einen Anspruch von 335 Euro. Der korrigierte Anspruch auf Elterngeld berechnet sich so: 1.000 Euro (ursprünglicher Verdienst) – 400 Euro (Teilzeiteinkommen) = 600 Euro; 96 Prozent sind 572 Euro. Die Kappungsgrenze gilt, liegt das ElterngeldPlus beim Partnerschaftsbonus bei 335. Euro.
  • Damit haben Sie im Monat 1.935 Euro zur Verfügung (1.600 Euro Teilzeitverdienst – plus 335 Bonus während der Partnerschaftsmonate).

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie Elterngeld oder ElterngeldPlus beantragen sollen und ob Sie oder Ihr Partner die Partnerschaftsmonate in Anspruch nehmen sollte, rechnen Sie am besten beide möglichen Varianten durch und entscheiden sie für die günstigste. Der Rechner für Elterngeld der Bundesregierung kann hier weiterhelfen.

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