Au-pair: Für wen es sich lohnt und was man wissen sollte

junges maedchen bindet kleinem jungen den fahrradhelm um
  • Als Au-pair ins Ausland: Ja oder nein? Grundsätzlich ist eine Zeit als Au-pair empfehlenswert um die eigenen Sprachkenntnisse zu verbessern und Erfahrungen zu sammeln. Zudem ist es eine gute Möglichkeit, sich in dieser Zeit Gedanken um die berufliche Zukunft zu machen.
  • Sowohl die Gastfamilie als auch die Au-pairs haben Rechte, aber auch Pflichten zu erfüllen. Eine Au-pair ist weder ein Hausmädchen bzw. eine Reinigungskraft, noch sollte ein Au-pair die Zeit als Urlaub ansehen.
  • Ein Au-pair aufnehmen oder selbst als Au-pair ins Ausland gehen: Die Kosten sollten nicht unterschätzt werden. Anreise und Sprachkurse werden in der Regel von den Au-pairs selbst gezahlt, Gehalt und Unterkunft inkl. Verpflegung von den Gastfamilien.

Als Au-pair Gastfamilien unterstützen oder als Familie ein Au-pair aufnehmen: Beide Seiten tragen bei dieser Aufgabe eine Menge Verantwortung, müssen Eigenintiative beweisen und sich auch über die Kosten bewusst sein.

In diesem Ratgeber erklären wir, welche Voraussetzungen sowohl die Familien als auch die Au-pairs erfüllen müssen und welche Aufgaben von beiden Seiten zu erledigen sind.

1. Ein Au-pair aufnehmen bedeutet Entlastung, aber auch Verantwortung und Kosten

Ein Au-pair Vertrag ist unerlässlich

Um beide Seiten abzusichern und die Aufgabenbereiche klar festzulegen, sollte immer ein Vertrag abgeschlossen werden. Erfolgte die Vermittlung durch Organisationen, unterstützen diese in der Regel bei der Vertragsausfertigung und geben Tipps, welche Punkte in einem Vertrag besonders wichtig sind.

Als Gastfamilie ein Au-pair aufzunehmen hat den Vorteil, dass das Mädchen oder der Junge Ihnen bei vielen Aufgaben rund um die Kinderbetreuung und bei leichten Haushaltstätigkeiten unter die Arme greift.

Zu den Aufgaben eines Au-pairs gehören beispielsweise:

  • Kinderbetreuung
  • leichte Tätigkeiten im Haushalt (Abwasch oder Betten machen der Kinder)
  • Kinderzimmer aufräumen
  • Erledigung kleiner Einkäufe
  • ggf. das Fahren der Kinder in den Kindergarten/in die Schule

Wer ein Au-pair einstellen möchte, sollte sich die Definitionen der Bedingungen genau anschauen. Die Mädchen und Jungen sind keine Putzfrauen, sondern sollen nur eine leichte Entlastung bieten.

Zusätzlich muss eine Gastfamilie die Kosten der Bezahlung (Gehalt für das Au-pair) als auch der Unterbringung in einem eigenen Zimmer inklusive Verpflegung im eigenen Haus gewährleisten. Nicht vergessen werden darf, dass auch Versicherungen für das Au-pair (z.B. Kranken- und Unfall- sowie Haftpflichtversicherungen) als Gasteltern gezahlt werden müssen.

2. Nicht jedes Au-pair ist den Aufgaben und Voraussetzungen gewachsen

Au Pair Voraussetzungen

Wer als Au-pair ins Ausland geht, sollte die Sprache gut genug beherrschen.

Wer sich als Au-pair bei einer Agentur bewerben möchte, sollte beachten, dass die Bewerbung mit 16 Jahren meist noch zu früh ist. Je nach Agentur sollte man mindestens 17 Jahre alt sein, viele Agenturen nehmen teilweise aber auch keine Mädchen oder Jungen unter 18. Die Definition des Wortes au-pair bedeutet “auf Gegenseitigkeit”. Das bedeutet, dass man als Au-pair nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten hat und Voraussetzungen erfüllen muss, um überhaupt eine Au-pair-Stelle bekommen zu können.

Wichtig sind:

  • gute Sprachkenntnisse des jeweiligen Landes
  • Erfahrungen in der Betreuung von Kindern (muss nachgewiesen werden können durch Praktikum im Kindergarten o.ä., ohne Erfahrungen ist die Vermittlungschance nur sehr gering)
  • Geld, um die Reise ins jeweilige Land finanzieren zu können (inkl. notwendiger Versicherungen ect.)

Viele Kosten können durch das (wenn auch geringe) Au-pair-Gehalt wieder ausgeglichen werden, dies sollte jedoch nicht von Beginn an das Ziel sein. Für Notfälle sollte immer eine finanzielle Reserve vorhanden sein.

Wenn Sie als Au-pair ins Ausland gehen möchten, gibt es hierfür verschiedene Möglichkeiten:

Standard-Programm Au-pair Plus Programm
Bis zu 35 Arbeitsstunden in der Woche. Bis zu 39 Arbeitsstunden in der Woche.
Im Schnitt 1,5-2 freie Tage in der Woche (davon mindestens ein Sonntag im Monat). In der Regel jedes Wochenende frei.
Mithilfe bei kleineren Tätigkeiten im Haushalt. Mithilfe bei kleineren Tätigkeiten im Haushalt.
Kinderbetreuung. Kinderbetreuung inkl. Babysitting am Abend.
Kosten für Reise und Sprachkurse werden vom Au-pair selbst bezahlt. Kosten für Reise und Sprachkurse werden vom Au-pair selbst bezahlt.
Au Pair

Spaß ist nicht ausgeschlossen, aber nur Urlaub ist die Zeit als Au-pair garantiert nicht!

Für die Dauer der Zeit (egal ob 2 Monate oder länger als ein Jahr) bekommt man bei der Gastfamilie ein Zimmer gestellt, muss sich an kleinen Haushaltstätigkeiten und natürlich der Kinderbetreuung beteiligen und sollte dies nicht mit einem Urlaub verwechseln! Zwar ist es schon richtig, dass die Definition „auf Gegenseitigkeit“ bedeutet und dass beide Seiten etwas von der Einladung als Au-pair haben, aber pure Erholung sollte man nicht erwarten.

Urlaub und freie Tage stehen natürlich dennoch jedem Au-pair zu und werden genutzt, um (oft gemeinsam mit der Gastfamilie) die eigenen Sprachkenntnisse zu verbessern oder das Land besser kennenzulernen.

Reichen die Sprachkenntnisse für einen Aufenthalt in den USA oder Frankreich beispielsweise (noch) nicht aus, kann sich auch ein kurzer Au-pair-Aufenthalt für 6 Wochen bis zu 3 Monate in der Schweiz lohnen. In dieser Zeit kann man die Sprachkenntnisse erweitern und ein Wechsel in ein anderes Land ist dann beispielsweise möglich.

Tipp: Wer sich vorab informieren möchte, findet von vielen Organisationen in Deutschland Infoveranstaltungen.

Vor- und Nachteile eines Au-pair im Ausland

  • Verbesserung der Sprachkenntnisse.
  • Kennenlernen von Land und Menschen.
  • Für Fragen oder Probleme steht im besten Fall die Agentur/zu vermittelnde Organisation unterstützend zur Seite.
  • Ohne Führerschein oder Qualifikationen und Erfahrungen kann es schwer werden, eine Gastfamilie zu finden.
  • Die Suche gestaltet sich oft langwierig, da viele Jungen und Mädchen nach der Schule erst einmal im Ausland Erfahrung sammeln möchten.
  • Harmoniert man nicht mit der Gastfamilie, kann ein halbes Jahr ohne Wechselmöglichkeiten lang und unangenehm werden.

3. Wichtige Fragen und Antworten

3.1. Darf meine Gastfamilie mir einfach eine Kündigung ausstellen?

Au Pair

Nicht immer sind sich alle einig, sodass ein Wechsel in eine andere Gastfamilie oft schon die Lösung sein kann.

Tatsächlich darf eine Gastfamilie den Vertrag kündigen, wenn triftige Gründe vorliegen (beispielsweise Diebstahl oder Misshandlung der Kinder). Stimmt lediglich die Chemie zwischen der Familie und dem Au-pair nicht, sollte man sich gemeinsam an seine Organisation wenden und versuchen, einen Wechsel in eine andere Gastfamilie vorzunehmen. Tipps hierzu sollten immer bei der vermittelnden Organisation eingeholt werden. Auch kann diese schnell helfen, eine neue Gastfamilie finden zu können.

3.2. Gibt es Tipps, wie ich der Gastfamilie zum ersten Mal begegnen sollte?

Die Bedeutung vom ersten Eindruck sollte nie unterschätzt werden. Haben Sie eine Gastfamilie gesucht und endlich gefunden, sollten Sie bereits vor der Anreise Kontakt aufnehmen. Ein Brief oder eine E-Mail mit ein paar lieben Worten, mit ein bisschen Informationen über sich selbst und natürlich einem Vermerk, dass man sich auf die gemeinsame Zeit sehr freut, ist eine gute Möglichkeit, bereits mit einem positiven Eindruck noch vor dem ersten Kennenlernen zu punkten. Vor Ort ist dann ein kleines Geschenk aus dem Heimatland für die Kinder immer eine schöne Idee.

 

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