Baby schreit abends: Ursachen und hilfreiche Tipps

  • Wenn ein Neugeborenes abends schreit, kann dies noch am fehlenden Biorhythmus liegen. Jeden Abend die gleichen Bett- und Stillzeiten können bereits zur Beruhigung helfen.
  • Schreit das Baby abends beim Stillen, sollte dem besondere Beachtung geschenkt werden. Babys schreien, wenn sie nicht satt werden, es ihnen nicht schmeckt oder sie Bauchweh haben.
  • Wenn das Baby ohne ersichtlichen Grund jeden Abend schreit, sollte man sich als (noch unerfahrene) Eltern Unterstützung holen. Die Hebamme kann manchmal Ursachen aufdecken und nicht selten stecken Babykrankheiten wie die Dreimonatskolik hinter dem dauerhaften Schreien.

Vor allem nach einem langen Tag und einer kurzen Nacht kann ein schreiendes Baby am Abend viele Eltern verzweifeln lassen. Doch nicht immer erfolgt das Schreien ohne Grund.

In diesem Bericht erklären wir die unterschiedlichen Ursachen für ein schreiendes Kind am Abend und wie Sie dem in Zukunft entgegen wirken können.

1. Ein ununterbrochenes Schreien hat tatsächlich nicht immer einen greifbaren Grund

Hat Ihr Baby Stress?

Wenn das Baby abends schreit, kann dies ein Zeichen von Stressabbau sein. Es für einen Moment schreien zu lassen, ist dann in Ordnung und führt dazu, dass sich viele Kinder von alleine wieder beruhigen. Regelmäßiges in den Schlaf schreien sollte aber nicht sein. Hier lohnt es sich, der Ursache auf den Grund zu gehen.

Das Baby schreit abends, obwohl es alles hat? Tatsächlich kommt es gar nicht selten vor, dass Babys ohne Grund schreien und regelrecht hysterisch werden. Wenn ein Neugeborenes schreit, kann es sein, dass es die vielen Eindrücke des Tages verarbeitet, einfach nicht zur Ruhe kommt und trotz größter Müdigkeit nicht in den Schlaf findet.

Das Baby schreit abends vor dem Einschlafen? Dann überdenken Sie Ihren abendlichen Ablauf. Ein 14 Tage altes Baby hat natürlich noch längst keinen so guten Bio-Rhythmus wie ein 10 Wochen altes Kind, aber wenn man das Kind abends immer zur gleichen Zeit ins Bett bringt, kann sich ein (innerer) Rhythmus einstellen.

Beständigkeit ist vor allem zu Beginn sehr wichtig und hilft tatsächlich auch dem Baby, seine innere Uhr gegen Abend auf Schlaf-Rhythmus einzustellen.

2. Wenn Babys beim Flasche geben schreien, sollte die Ursache umgehend gefunden werden

baby schreit beim fuettern

Wenn das Baby weint, sobald es den Löffel bekommt, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass es für die Umstellung von der Brust auf den Löffel noch nicht bereit ist.

Wenn das Baby beim Stillen abends weint und sich nicht beruhigen lässt, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass etwas am Trinkverhalten geändert werden sollte. Manche Babys mit beispielsweise 1 Monat werden vielleicht einfach nicht mehr so satt wie noch 2 Wochen zuvor.

Auch kann es sein, dass vielleicht am Abend der Vater das Füttern übernimmt, und das Kind zu weinen beginnt, weil es lieber an der Brust trinken will. Auch dies ist oft eine reine Gewöhnungssache. Manchmal liegt es jedoch auch daran, dass der Vater die Flasche nicht richtig hält, oder zu viel bzw. zu wenig Milch enthalten.

Baby schreit während des Stillens Baby schreit nach dem Stillen
Möglicherweise kommt zu viel oder zu wenig Flüssigkeit aus dem Sauger bzw. der Brust. Das Baby hat Bauchschmerzen oder Blähungen.
Das Baby wird einfach nicht satt. Baby ist nicht satt geworden.
Die Muttermilch schmeckt anders (dies kann bereits durch bestimmte Lebensmittel der Fall sein).

3. Wenn das Baby abend nur nach dem Stillen schreit, kann dies ein Zeichen für Bauchschmerzen sein

Nicht immer weint ein Baby ohne Grund. Wenn ein 6 Wochen altes Baby beim Hinlegen ununterbrochen weint oder sehr stark schreit, kann dies auf Bauchschmerzen hindeuten. Beachten Sie beispielsweise, dass bei einem 9 Monate alten Kind eventuell vor einiger Zeit eine Umstellung von flüssiger Nahrung auf Brei stattgefunden hat. Könnte dies vielleicht die Ursache sein?

Lässt sich das Kind zur Bettzeit nicht beruhigen,  können Wärme auf dem Bauch oder eine sanfte Massage bereits ausreichen, um die Blähungen beispielsweise in den Griff zu kriegen. Ein beruhigender Salbei-Tee am Abend kann ebenfalls eine gute Lösung sein, um Bauchweh vor dem Einschlafen vorzubeugen.

4. Der Schlafort kann das Problem sein, wenn ein Baby nur nachts schreit

baby im kinderbett

Steht das Bett in der Nacht an einem zugigen Platz? Ist es zu hell durch eine Straßenlaterne? Gehen Sie den Ursachen auf den Grund.

Wenn ein Neugeborenes schreit, sind viele Eltern ohnehin noch verunsichert ob der möglichen Ursachen. Tritt das Weinen nur nachts im Bett ein, sollten Sie den Schlafort Ihres Kindes (egal ob es sich um ein 5 Monate oder 1 Jahr altes Kind handelt) auf folgende Punkte hin überprüfen:

  • Ist die Temperatur in Ordnung? Friert oder schwitzt das Baby vielleicht einfach nur?
  • Ist es zu laut? Schlecht isolierte Fenster können Zugluft oder auch den Lärm von draußen (der bellende Nachbarshund oder vorbeifahrende Autos) hinein bringen und das Kind aus seinem Schlaf reißen.
  • Manchmal ist es auch einfach zu hell (zum Beispiel, wenn der Mond genau ins Gesicht scheint) oder auch zu dunkel, sodass das Kind sich unsicher fühlt.

 

Tipp: Ein Verschieben des Bettes, ein anderer Raum (vielleicht zum Testen sogar im Elternschlafzimmer) oder tatsächlich mal selbst eine Nacht im Kinderzimmer schlafen,  können die Ursachen bereits aufdecken.

Vor- und Nachteile, wenn das Baby in seinem eigenen Bett im Elternschlafzimmer schläft

  • Die Eltern können bei einem schreienden Neugeborenen sofort reagieren. Ist nur der Schnuller herausgefallen, lässt sich dieser schnell wieder geben, ohne dass Türen geöffnet oder Wege durch die Wohnung absolviert werden müssen.
  • Viele Babys fühlen sich in der Nähe der Eltern vor allem in den ersten Monaten noch sicherer und schlafen meist ruhiger.
  • Viele Babys kommen in der Nacht aufgrund der Geräusche nicht zur Ruhe oder schrecken immer wieder hoch.
  • Ist einer der Elternteile berufstätig, können die Nächte oft zur Tortur werden. Vor allem in den ersten Monaten brauchen die Kinder Zeit, bis sie nachts durchschlafen.

5. Wichtige Fragen und Antworten

5.1. Neugeborenes schreit stundenlang und jeden Abend. Was kann ich tun, wenn ich die Ursache einfach nicht finde?
Vor allem Paare, die zum ersten Mal Eltern sind, dürfen sich keine Vorwürfe machen. Man kann  zu Beginn nicht alles wissen und darf ohne schlechtes Gewissen nach Hilfe fragen. Erkundigen Sie bei Ihrer Hebamme um Rat oder bei den eigenen Eltern. Ein Blick von erfahrenen Hebammen oder Großeltern kann oft schon eine hilfreiche Lösung bringen.

5.2. Das Baby schreit plötzlich jeden Abend und will nicht schlafen: Was tun?

weinendes baby mit mutter

Wenn das Baby abends schreit, hilft nur selber ruhig bleiben und beruhigen. Auch diese (stressige) Phase geht vorüber.

Wenn das Baby wie am Spieß schreit, sollten Sie vor allem eines: selbst ruhig bleiben! Wenn Sie keine Ursachen finden, warum das Baby hysterisch schreit, sollten Sie versuchen es zu beruhigen. Gehen Sie mit ihm in der Wohnung auf und ab. Reden Sie mit ihm. Singen Sie Ihrem Kind etwas vor oder kuscheln Sie sich gemeinsam ins Bett. In der Regel werden die meisten Babys ruhiger, wenn sie die beruhigende Nähe der Eltern spüren und schlafen dann oft langsam ein.
5.3. Baby schreit abends ständig und will nicht trinken oder sich beruhigen lassen: Was kann man noch tun?
Wenn ein Neugeborenes wie verrückt schreit und Sie sich trotz verschiedener Methoden nicht mehr zu helfen wissen, sollten Sie über einen Termin beim Arzt nachdenken. Bei Unsicherheiten immer zum Arzt zu gehen scheuen viele Eltern zwar, aber vielleicht gibt es tatsächlich gesundheitliche Probleme, die am Abend zum Schreien führen? Fehlhaltungen mit Schmerzen nachts (verursacht durch die Matratze?) oder Sehprobleme (die manchmal erst am Abend im Dunkeln ersichtlich werden) können mögliche Ursachen sein. Eventuell ist es auch eine Dreimonatskolik? Im Zweifel lieber einmal zu viel als zu wenig zum Arzt gehen!

 

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