Diphtherie – Wie Sie Diphtherie erkennen und behandeln

Diphterie ist eine hochansteckende Infektionskrankheit
  • Die ersten Symptome von Diphtherie sind Unwohlsein, Fieber, Halsweh, Schluckbeschwerden und Bauchschmerzen. Anschließend kommt es zu einer Entzündung der Schleimhäute, die hochrot und geschwollen sind. Weitere typische Anzeichen sind weißlich-graue Beläge auf Mandeln und Rachen, ein unangenehm süßlicher Mundgeruch, Husten, Heiserkeit und Atemnot.
  • Je früher eine Diphterie behandelt wird, desto besser ist der Heilungsverlauf. Der erste Behandlungsschritt ist das Verabreichen des Gegengifts gegen das Diphtherie-Bakterium. Zusätzlich erhält der Patient Antibiotika, um die Erreger einzudämmen.
  • Durch die Impfung gegen Diphtherie konnte die Krankheit heutzutage gut eingedämmt werden. Säuglinge erhalten ihre erste Impfung am Ende des zweiten Lebensmonats. Die Grundimmunisierung und Auffrischimpfung erfolgt meist als Kombi-Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten.

In unserem Ratgeber haben wir alles über die Infektionskrankheit Diphterie zusammengetragen. Als Eltern erfahren Sie, wie Sie die ersten Symptome erkennen und welche Behandlung eingeleitet wird. Darüber hinaus erhalten Sie Informationen zur Schutzimpfung gegen Diphterie.

1. Definition: Was ist Diphtherie?

Diphtherie ist eine hochansteckende, bakterielle und lebensgefährliche Infektionskrankheit. Deswegen gilt sie auch als eine meldepflichtige Erkrankung. Verursacht wird sie durch Bakterien (Corynebacterium diphteriae), welche die Schleimhäute verändern. Menschen können in jedem Alter an dieser Krankheit erkranken, am häufigsten tritt sie allerdings bei Kindern auf. Heutzutage konnte Diphtherie bereits durch verbesserte Hygiene und einen Impfstoff mit einem Antitoxin eingedämmt werden. Dennoch handelt es sich um eine lebensgefährliche Erkrankung, die Spätfolgen verursachen und sogar zum Tod führen kann. Deswegen ist es wichtig, starke und eitrige Halsentzündungen bei Kindern von einem Arzt abklären zu lassen. Die Erscheinungsformen der Diphtherie sind die Rachendiphtherie, Kehlkopfdiphtherie, Nasendiphtherie oder Wunddiphtherie. Der Hals-Nasen-Rachenraum ist dabei entzündet und geschwollen. Die Schwellung ist oft so stark, dass damit Atemnot einhergeht.

1.1 Nasendiphterie

Von der Nasendiphtherie sind besonders oft Säuglinge und Kleinkinder betroffen. Zu den Anzeichen zählen ein eitriger und zum Teil auch blutiger Schnupfen. Die Naseneingänge sind mit Krusten belegt, was das Luftholen und die Atmung einschränkt. Auch die Atmung durch den Mund kann erschwert sein. Häufig kommt es bei der Nasendiphtherie auch zu leichtem Fieber bei den Kindern.

1.2 Rachendiphtherie

Kind mir Halsschmerzen

Bei einer Rachendiphterie schwellen die Lymphknoten stark an.

Bei einer Rachendiphtherie ist der Rachen stark gerötet und es sammeln sich Beläge am Gaumen und an den Mandeln. Der Allgemeinzustand des Kindes ist schlecht, es wirkt abgeschlagen, hat Fieber und klagt über Schluckbeschwerden. Selbst das Reden kann schwer fallen. Die Lymphknoten sind stark angeschwollen. Typisch für die Rachendiphtherie ist auch ein unangenehmer Geruch aus dem Mund. Diese Form der Diphtherie ist besonders ansteckend.

1.3 Kehlkopfdiphtherie

Die Kehlkopfdiphtherie gilt als eine der schwersten Formen der Diphtherie. Die Symptome ähneln zunächst denen einer Erkältung, mit Heiserkeit und Husten. Der Husten wird aber immer stärker und es kommt zum Verlust der Stimme. Der Luftröhreneingang verengt sich und es drohen Atemnot und Erstickungsanfälle. Das führt gerade bei Kindern zu großer Angst. Im Falle einer Atemnot kann es notwendig sein, dass der Arzt das Kind künstlich beatmen muss oder im Notfall sogar einen Luftröhrenschnitt vornehmen muss.

2. Ansteckung und Inkubationszeit

Diphtherie ist eine ansteckende Krankheit, die durch Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen oder Küssen übertragen wird. Innerhalb von einem Tag oder einer Woche bricht die Krankheit aus. Der Erreger für Diphtherie ist überall auf der Welt verbreitet und kann auch von Menschen weitergegeben werden, die keine Symptome zeigen. Ansteckend ist die Krankheit so lange, wie die Bakterien im Blut nachgewiesen werden können. Diphtherie kann sich auch auf der Haut entwickeln, indem die Bakterien auf eine offene Wunde gelangen. Dies kann zu Geschwüren führen. Generell ist Diphtherie eine langwierige Erkrankung, die bis zu sechs Wochen andauern kann.

3. Symptome erkennen und handeln

Ärztin untersucht Hals

Eitrige Halsschmerzen sollten von einem Arzt untersucht werden.

Da die Bakterien besonders die Schleimhäute angreifen, äußern sie erste Symptome im Rachen- Nasen- und Mundbereich: Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Fieber zeigen sich im ersten Stadium der Krankheit. Anschließend kommt es zu einer akuten Entzündung der Schleimhäute, die  hochrot anschwellen. Weitere typische Anzeichen sind weißlich-graue Beläge auf Mandeln und Rachen, ein unangenehm süßlicher Mundgeruch, Husten, Heiserkeit und Atemnot. Zu den Symptomen einer Nasendiphtherie zählen auch ein eitriger und zum Teil blutiger Schnupfen.

4. Frühe Behandlung sorgt für leichteren Verlauf der Krankheit

Nehmen Eltern die ersten Anzeichen für eine Diphtherie bei ihrem Kind wahr, sollten sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Anhand der typischen Symptome für die Diphtherie stellt der Arzt die Diagnose. Gleichzeitig wird er auch einen Abstrich von den Belägen nehmen, der im Labor untersucht wird. Es ist wichtig, so schnell wie möglich mit der Therapie zu beginnen. Je früher eine Diphtherie behandelt wird, desto besser ist der Heilungsverlauf. Der erste Behandlungsschritt ist das Verabreichen des Gegengifts, zusätzlich erhält der Patient Antibiotika, um die Erreger einzudämmen. Oft werden Kinder, die an Diphtherie erkrankt sind auch in ein Krankenhaus eingewiesen, damit sie dort schnell von einem Arzt behandelt werden können. Sollte es zu Komplikationen wie Atemnot kommen, können die Ärzte umgehend Notfallmaßnahmen (künstliche Beatmung, Luftröhrenschnitt) einleiten. Außerdem ist es für die Genesung besonders wichtig, dass sich das Kind ausruht und im Bett bleibt. So bleibt die Gefahr einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) gering.

5. Vorbeugung: Schutzimpfung gegen Diphtherie

Kind bei der Impfung

Schutzimpfung gegen Diphtherie schützt vor einer Übertragung der Bakterien.

Die allgemeine Impfung gegen Diphtherie reduzierte die Verbreitung der Krankheit maßgeblich. Säuglinge erhalten ihre erste Impfung am Ende des zweiten Lebensmonats. Mit vollendetem dritten Lebensmonat erhalten sie die zweite Dosis und die dritte mit Vollendung des vierten Lebensmonats, bevor sie dann die letzte Teilimpfung zum Ende des ersten Lebensjahres erhalten. Im Alter von 5 oder 6 Jahren und später noch einmal zwischen 9 und 17 Jahren erfolgt eine Auffrischung
der Impfung. Danach reicht eine Erneuerung der Impfung alle zehn Jahre. Die Grundimmunisierung und Auffrischimpfung bekommen die Kinder meist als Kombi-Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten.
Im Zuge der Impfung gegen Diphterie kann es zu einer Impfreaktion beim Baby kommen. Oft rötet sich die Einstichstelle oder schwillt an. Die Lymphknoten können ebenfalls anschwellen und auch allgemeine Symptome, wie Frösteln, Müdigkeit oder Magen-Darm-Beschwerden können auftreten. Hohes Fieber (39°C) ist nicht selten, genauso wie eine Bronchitis. In der Regel klingen diese Symptome im Anschluss an eine Impfung nach ein bis drei Tagen wieder ab.

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