Hatschi! Erkältungen bei Kindern richtig behandeln

Erkältung bei Kindern
  • Erkältungen sind grippale Infekte, die harmlos sind und nach etwa sieben bis zehn Tagen abklingen.
  • Die Erkältungsviren können nicht ursächlich bekämpft werden. Dafür können die begleitenden Symptome durch bewährte Hausmittel und Medikamente abgemildert werden.
  • Verschlimmern sich die Symptome über die zweite Woche hinaus oder treten weitere Anzeichen wie sehr hohes Fieber oder Ohrenschmerzen hinzu, sollte ein Mediziner konsultiert werden.

Oft sehen Eltern es schon kommen: Das Kind niest, fühlt sich nicht so gut und am nächsten Tag ist die Erkältung dann auch schon ausgebrochen.
Gefährlich ist ein grippaler Infekt nicht, jedoch sollte darauf geachtet werden, dass er gut ausheilt. Erfahren Sie, welche Hausmittel Sie nutzen können und wann es besser ist, zum Arzt zu gehen.

1. Ursachen und Symptome einer Erkältung bei Kindern

Kind liegt mit Erkältung im Bett

Kopfschmerzen gehören zu einer starken Erkältung oft dazu.

Mediziner sprechen von einem grippalen Infekt, der umgangssprachlich auch Erkältung genannt wird. Tatsächlich treten solche Infekte besonders häufig in der nass-kalten Jahreszeit auf. Durch die Kälte werden die Schleimhäute schlechter durchblutet. Man geht davon aus, dass die Schleimhäute so leichter von Viren angegriffen werden können.
Vor allem kleine Kinder sind häufig von grippalen Infekten betroffen, da sie gegen die vielen verschiedenen Virenstämme noch keine Abwehrstoffe gebildet haben.
Eine Erkältung beginnt zumeist mit dem Gefühl der Mattheit und einem einsetzenden Schnupfen. Schließlich kommen weitere Symptome wie ein kratzender Hals, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen hinzu.
Viele Eltern berichten auch, dass die Kinder nur weinen. Das passiert in der Regel, wenn zu lokalen Symptomen wie Schnupfen und Husten auch Gliederschmerzen hinzukommen und die Kinder durch Reizhusten schlecht schlafen.
Durch den Reizhusten kann es außerdem dazu kommen, dass das kranke Kind sich erbricht. Auch wenn das Kind Schleim erbricht, ist dafür zumeist der entzündete Hals, der kratzt, verantwortlich.
Nur wenn das Erbrechen anhält und sich die körperliche Verfassung sichtlich verschlechtert, kann womöglich ein zusätzlicher Magen-Darm-Infekt dahinterstecken, was einen Gang zum Arzt nötig macht. Auch hier gilt es, die Erkältungssymptome zu bekämpfen, um den Kindern Erleichterung zu verschaffen.

1.1. Weitere Anzeichen eines grippalen Infekts:

Kind putzt sich die Nase

Gegen Schnupfen werden abschwellende Nasensprays benutzt.

  • Eitrige Augen: Durch den erhöhten Tränenfluss bei Schnupfen kann es passieren, dass die Augen vor allem morgens verklebt sind und dadurch eitrig aussehen. Sind die verklebten Augen zusätzlich entzündet und geschwollen, sollte ein Mediziner zu Rate gezogen werden. Hinter roten Augen kann eine Bindehautentzündung stecken.
  • Nasenbluten: Bei einem starken Schnupfen kann es passieren, dass die zarten und empfindlichen Blutgefäße in der Nase verletzt werden. Dann kann Nasenbluten die Folge sein. Wenn die Blutung nicht übermäßig stark ist und mit dem Abklingen des Schnupfens wieder verschwindet, ist eine medizinische Untersuchung nicht notwendig. Spezielle Nasensalben können die Schleimhäute schützen.
  • Kopfschmerzen: Durch das ständige Schnäuzen und Husten können Kopfschmerzen einsetzen, die vor allem kleineren Kindern zu schaffen machen. Treten sie in der Nacht auf und halten Kinder vom Schlafen ab, kann ein Schmerzsaft helfen.

In der Regel dauert eine Erkältung sieben bis zehn Tage. Der grippale Infekt ist nicht zu verwechseln mit einer Grippe, verursacht durch Influenza-Viren.

2. Was tun? Für Ruhe sorgen ist der erste Schritt zur Genesung

Warmer Tee mit Honig bei Erkältung

Warmer Tee mit Ingwer, Zitrone und Honig lindert den entzündeten Hals.

Eine Erkältung bei Kindern lässt sich am bestem mit Ruhe auskurieren. Dazu müssen die kleinen Patienten nicht notgedrungen eine strikte Bettruhe einhalten. Fühlen sich Kinder wirklich krank, legen sie sich von ganz allein hin.
Was hilft, ist den Tag entspannt anzugehen und zu spielen, ohne für zusätzliche Aufregung zu sorgen.
Sie können trotzdem raus gehen. Bei einem gemütlichen Spaziergang können Kinder frische Luft schnappen, was der Genesung zugute kommt.
Viele Eltern fragen sich bei einer Erkältung im Sommer, ob die Kinder auch ins Freibad und trotzdem schwimmen gehen können. Davon ist abzuraten, denn das Schwimmen schwächt den Organismus und die kühleren Temperaturen sorgen eher für eine Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes.
Kinder sollten bei einer Erkältung viel trinken, am besten Kräutertees, die die Symptome abmildern.
Oft kommt es vor, dass ein krankes Kind nicht essen will. Das ist über einen kurzen Zeitraum ganz normal und nicht beunruhigend, wenn es ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser oder Tee zu sich nimmt.

Um die Nasenschleimhäute zu entlasten, können Nasensprays oder Nasentropfen aus der Apotheke verwendet werden. Hier werden oft Nasensprays mit natürlichem Salzwasser empfohlen, die die Schleimhäute sanft abschwellen.

Wird ein grippaler Infekt von Fieber begleitet, sollte dies nach Möglichkeit nicht bekämpft werden. Die erhöhte Temperatur ist ein normaler Abwehrmechanismus des Körpers, die entstehende Hitze soll die Viren abtöten.
Vor allem Kinder unter 1 Jahr leiden häufiger an hohem Fieber. Erst bei einer Temperatur über 39° C  ist es bei Kindern empfohlen, fiebersenkende Mittel einzunehmen. In der Apotheke können sich Eltern zu altersgerechten Medikamenten beraten lassen, oft ist Paracetamol die erste Wahl.

3. Hausmittel gegen Erkältung bei Kindern

Hausmittel Beschreibung
Hohe Luftfeuchtigkeit gegen den trockenen Hustenreiz und trockene Schleimhäute können Schüsselchen mit Wasser auf die Heizung gestellt oder Wäsche im Raum getrocknet werden.
Dampfbad mit Kamille Bei etwas größeren Kindern kann der Dampf durch das Inhalieren die Atemwege freimachen, die Kamille wirkt antibakteriell und entzündungshemmend.
Heißer Tee mit Honig Hilft bei Hustenreiz und wirkt schleimlösend.
Ätherische Öle Bei Kindern über 2 Jahr können Öle von Eukalyptus oder Menthol auf die Oberbekleidung geträufelt werden. Als Erkältungsbalsam können sie auch direkt auf Rücken oder Brust aufgetragen werden.
Zwiebeln Kleinhacken und in einem Säckchen oder einer Schüssel neben das Bett stellen. Erleichtert die Atmung.
Thymian-Myrte-Balsam Der Balsam aus verschiedenen Ölen, Bienen- und Jojobawachs, Wollwachs, Sheabutter, Myrte, Salbei, Thymian und weiteren Ingredienzien wirkt wohltuend bei Husten und Schnupfen. Er wird wie eine Erkältungscreme auf Brust und Rücken aufgetragen.
Engelwurzbalsam Hebammen Ingeborg Stadelmann entwickelte die geheime Rezeptur des Balsams, der bei Schnupfen unter die Nase gerieben wird. Die Haut bleibt zart und die enthaltenen ätherischen Öle machen die Nase frei.
Warm halten Kinder sollten warm angezogen werden, ein Erkältungsbad mit ätherischen Ölen wirkt zusätzlich wärmend und entspannend
Homöopathie In der Apotheke kann man sich zu geeigneten Globuli-Rezepturen und Schüssler Salzen beraten lassen, die zu den individuellen Symptome am besten passen
  • Ein Glas Salbeitee

    Salbeitee hilft dem Hals

    Salbei: Tee oder Lutschbonbon mindert Salbei Symptome wie Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit.

  • Spitzwegerich: Als Saft oder Kräutertee hilft er gegen Husten, Heiserkeit und beruhigt den Magen.
  • Kamille: Kamille wirkt antibakteriell und unterstützt so den Heilungsprozess. Als Tee mildert er Husten und Schnupfen, außerdem hilft er bei Nasennebenhöhlenentzündungen.
  • Thymian: Gegen den Husten kann Thymian-Tee getrunken werden. Gut für die Atemwege ist auch das Inhalieren mit Thymian.
  • Eibischwurzel: Als Hustensaft oder Tee hilft die Wurzel des Eibisch-Strauches bei trockenem Husten. Er beruhigt die Schleimhäute und wirkt gegen Heiserkeit.
  • Isländisch Moos: Die Wirkstoffe des Mooses legen sich wie ein Film auf die Schleimhäute und schwächen so den Hustenreiz,, außerdem hilft es bei Heiserkeit und Halsschmerzen.

Ätherische Öle, ganz besonders solche mit Kampfer, Minze und Menthol dürfen bei Kleinkindern unter 2 Jahren nicht angewendet werden. Sie führen zu Atemnot, Krämpfen oder Bewusstlosigkeit, Säuglinge erleiden einen tödlichen Stimmritzenkrampf. Bei der Wahl von Salben, Balsam und Badzusätzen immer in der Apotheke beraten lassen.

4. Wann Sie zum Arzt müssen: Anzeichen für Folgeerkrankungen

Die Ursachen eines grippalen Infekts, also die Viren, können nicht direkt bekämpft werden. Eine Erkältung muss durchgestanden werden und ob mit oder ohne Behandlung, hält sie in der Regel ein paar Tage an, bevor die Symptome zurückgehen.
Hält die Erkältung bei Kindern jedoch länger als zwei Wochen an, sollte medizinisch untersucht werden, ob zum grippalen Infekt weitere Erkrankungen hinzugekommen sind. Auch wenn hohes Fieber hinzukommt und länger anhält, sollte das Kind ärztlich untersucht werden.
Breiten sich die Viren über die Atemwege aus, kann die Erkältung bei Kindern zu einer Bronchitis oder Ohrenschmerzen, verursacht durch eine Mittelohrentzündung, führen. Spätestens dann sollte das Kind bei einem Arzt vorstellig werden, um eine gezielte Behandlung einzuleiten.

 

Tipp: Auf Erkältungssaft, der verschiedene Wirkstoffe miteinander kombiniert, sollten Eltern zunächst verzichten. Insbesondere bei kleinen Kindern kann es schnell zu einer Überdosierung der einzelnen Wirkstoffe kommen.

5. Raus an die frische Luft: Mit Abhärtung der Erkältung vorbeugen

Vor einem grippalen Infekt kann sich niemand sicher schützen. Jedoch ist ein starkes Immunsystem besser gegen die viralen Angreifer geschützt. Durch regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, auch bei Wind, leichtem Regen und etwas kühleren Temperaturen wird der Organismus abgehärtet.
Kommt eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie wettertaugliche Kleidung hinzu, wurde die beste Vorsorge getroffen.
Wenn ein über 3-Jähriges Kind sehr oft erkältet ist, sollte einmal medizinisch untersucht werden, ob eine besondere Immunschwäche vorliegt. Kleinkinder, so sagt es der Volksmund, sind in kälteren Jahreszeiten nicht selten ständig erkältet.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (27 votes, average: 4,40 out of 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.