Fontanelle beim Baby: Alles was Sie über die weichen Stellen an der Schädeldecke wissen müssen

baby liegt auf dem ruecken, fontanellen sind sichtbar
  • Die weichen, noch nicht verwachsenen Stellen am Kopf Ihres Babys werden Fontanellen genannt.
  • Insgesamt hat Ihr Baby sechs Fontanellen. Die weichen Stellen am Kopf erleichtern die Geburt – deswegen sehen Neugeborene auch meist etwas „zerknautscht“ aus.
  • Im Laufe der Zeit schließen sich die Fontanellen. Die große Fontanelle oberhalb der Stirn Ihres Babys schließt sich meist im Alter von eineinhalb bis zwei Jahren, in seltenen Fällen dauert es bis zu drei Jahre.

Fontanellen werden die weichen Stellen auf dem Schädel Ihres Babys genannt – hier ist der Schädel unter der Haut noch geöffnet. Insgesamt weist die Schädeldecke eines Neugeborenen sechs solcher Lücken auf, welche die Natur mit gutem Grund so eingerichtet hat.

1. Eine kluge Erfindung der Natur: Dank der Fontanellen passt das Köpfchen durch den Geburtskanal

Es ist nämlich kaum vorstellbar, wie eine natürliche Geburt ablaufen würden, hätte die Natur nicht so klug vorgesorgt. Im Laufe der Evolution lernte der Mensch, aufrecht zu gehen, was ihm viele Vorteile einbrachte. Allerdings auch den Nachteil, dass dadurch das Becken immer schmaler geworden ist. Die sechs Fontanellen am Köpfchen Ihres Babys sind daher wichtig: Die Knochenplatten am Schädel sind gegeneinander verschiebbar und erleichtern das Gleiten durch den Geburtskanal. Und noch einen wichtigen Grund gibt es, dass der Schädel Ihres Kindes an einigen Stellen geöffnet ist: So hat das Gehirn vor allem in den ersten Monaten viel Platz zum Wachsen.

1.1. Sechs Lücken, die Sie leicht entdecken können und die sich mit der Zeit selbständig schließen

Die seitlichen Fontanellen schließen sich in den ersten 6 Lebenswochen.

Keine Sorge, wenn Sie eine eingesunkene Stelle beziehungsweise Delle auf dem Babyköpfchen entdecken. Es handelt sich dabei um eine von sechs Fontanellen, mit denen ein Neugeborenes auf die Welt kommt. Am leichtesten zu erkennen ist die zwei mal zwei Zentimeter umfassende, rautenförmige, so genannte „große Fontanelle“. Sie befindet sich oben auf der Schädeldecke und auf Höhe der Stirn. Je nachdem, ob das Baby in seinem Bettchen liegt oder Sie es auf dem Arm haben, ist sie leicht nach außen gewölbt oder nach innen eingefallen. Manchmal lässt sich an dieser wie eingedrückt aussehenden Stelle beobachten, wie darunter das Blut pulsiert – das ist völlig normal und kein Grund zur Beunruhigung.

Auch am Hinterkopf hat das Baby eine größere Fontanelle, die in Form eines Dreiecks etwa eine Handbreit über dem Nacken liegt. Vier weitere, manchmal nicht leicht zu entdeckende Fontanellen befinden sich links und rechts auf Höhe der Schläfen und an der Unterseite des Hinterkopfes. Wo die Fontanelle ist, finden Sie am besten heraus, wenn Sie sanft mit dem Finger über den Kopf Ihres Babys streicheln. Unebenheiten können Sie so entdecken, manchmal spüren Sie sogar, wie das Blut an einer Stelle besonders deutlich pocht.

1.2. Fontanellen ermöglichen ein ungestörtes Wachstum des kindlichen Gehirns

Ein Gehirn im Wachstum braucht jede Menge Platz: Deswegen stören geschlossene Schädeldecken hier nur! Die weichen Stellen auf dem Babyköpfchen macht die Schädelplatten verschiebbar und sie sorgen gerade in den ersten Lebensmonaten dafür, dass das Gehirn ungestört wachsen kann. Werden die Lücken im Schädel zu früh geschlossen, kann das tatsächlich ein Problem darstellen. Aber: Nur weil Sie die kleinen Fontanellen nicht fühlen können, heißt das nicht, dass sie bereits geschlossen sind. Achten Sie auf regelmäßige Kopfumfangskontrollen beim Kinderarzt und teilen Sie im Zweifel Ihre Bedenken mit.

2. Wann sind Fontanellen wirklich zu?

mutter haelt koepfchen des babys, fontanellen sind sichtbar

Die sechs Fontanellen lassen sich mit bloßem Augen entdecken, manchmal aber auch erst durch sanftes Abtasten des Babyköpfchens mit den Fingern.

Die Frage, wann sich Fontanellen schließen, lässt sich relativ gut beantworten und der Zeitpunkt vorhersagen. Bis auf die große Fontanelle oben am Kopf schließen sich die fünf anderen Fontanellen nämlich relativ schnell.

Bereits nach der sechsten Lebenswoche beginnt sich die zweitgrößte Fontanelle am Hinterkopf zu schließen, meist sind diese und die seitlichen Fontanellen nach einem Jahr zu.
Die große Fontanelle braucht etwas länger, meist schließt sie sich mit eineinhalb bis zwei Jahren. Spätestens nach drei Jahren sollte die Schädeldecke komplett geschlossen sein.

3. Löcher können verunsichern – aber nur bei diesen Warnzeichen müssen Sie eingreifen

Keine Angst vor den Fontanellen Ihres Babys. Auch wenn da tatsächlich Löcher in der Schädeldecke sind, brauchen Sie Ihr Neugeborenes nicht komplett in Watte packen – die üblichen Vorsichtsmaßnahmen sind ausreichend. Wichtig ist allerdings, den möglichen Wärmeverlust im Auge zu behalten. Gerade die große Fontanelle auf dem Kopf kann dafür sorgen, dass hier einiges an Wärme verloren geht. Aus diesem Grund sind Babymützchen so wichtig, denn die eigene Körpertemperatur können die Kleinsten noch nicht richtig regulieren.
Wenn die Fontanelle deutlich eingefallen ist und sich auch im Liegen nicht verändert oder sich bewegt, könnte das auf einen Flüssigkeitsmangel hinweisen und dass Ihr Baby Durst hat. Achten Sie darauf, dass Ihr kleiner Schatz genügend trinkt, gerade bei heißen Temperaturen!

Achtung: Wenn die Fontanelle extrem gewölbt ist, sich sehr hart anfühlt, permanent gespannt oder geschwollen ist und dazu weitere Warnzeichen wie zum Beispiel Fieber und starke Berührungsempfindlichkeit kommen, bitte die Kinderärztin oder den Kinderarzt um Rat fragen. In sehr seltenen Fällen können das Anzeichen einer Hirnhautentzündung sein.

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