Grippeimpfung während der Schwangerschaft: Pro und Contra

schwangere frau mit spritze
  • Grippe während der Schwangerschaft gefährdet das Kind.
  • Eine Grippeimpfung für schwangere Frauen ist empfehlenswert
  • Ab dem vierten Monat können Sie sich gegen Grippe impfen lassen

Grippe ist eine der verbreitetsten Krankheiten in Deutschland und wenn sie einmal herumgeht, ist es gar nicht so leicht, ihr zu entkommen. Während eine Grippe für gesunde, kräftige Menschen kein Problem ist, müssen Schwangere aufpassen. Denn im schlimmsten Fall kann eine Grippe während der Schwangerschaft zu gesundheitlichen Komplikationen bis hin zur Fehlgeburt führen.

Doch zum Glück ist die Grippe ein vermeidbares Risiko. Die Grippeimpfung ist der einfachste und zuverlässigste Weg, um sich vor einer Infektion zu schützen und somit auch die Gesundheit des ungeborenen Kindes zu unterstützen. Wenn Sie die im Folgenden vorgestellten Rahmenbedingungen für eine Grippeimpfung beachten, steht dem vorbeugenden Schutz der Impfung normalerweise nichts mehr entgegen. In Absprache mit Ihrem Arzt können Sie die Schwangerschaft aber auch ohne Grippeimpfung gut überstehen.

1. Die Diskussion über Pro und Contra einer Grippeimpfung

schwangere frau mit grippe

Mit einer Grippe während der Schwangerschaft lässt sich nicht spaßen.

Es gibt derzeit eine wilde Debatte darüber, ob die Grippeimpfung für Schwangere wirklich notwendig ist. Denn obwohl die Gesundheitsbehörden diese Impfung empfehlen, gibt es nach wie vor keine klinischen Studien über die allgemeine Sicherheit von Impfungen für schwangere Frauen. Auch wenn Sie schwanger werden wollen, können Sie sich vor einer möglichen Schwangerschaft die Impfung geben lassen.

Einige Studien haben allerdings nachgewiesen, dass Impfungen während der Schwangerschaft eventuelle Risiken bergen, da die Impfstoffe Nebenwirkungen haben können. Von Seiten der Ständigen Impfkommission in Deutschland wird die Influenza-Impfung allerdings insbesondere zu Beginn der kalten Monate empfohlen. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die möglichen Risiken. Komplikationsfreie Schwangerschaften mit gesunder Mutter werden durch die Grippeimpfung normalerweise nicht beeinträchtigt. Allerdings können Sie eine Grippe auch auf anderem Wege abwehren.

 

Für die meisten schwangeren Frauen ist eine Grippeimpfung ab dem 4. Schwangerschaftsmonat laut Gesundheitsbehörden empfehlenswert.

Über diese Anhaltspunkte sollten Sie vor der Impfung nachdenken:

  • Wahrscheinlichkeit der Grippe-Infektion (abhängig vom Umfeld und vom Beruf sowie von der Jahreszeit)
  • Allgemeiner Gesundheitszustand von Mutter und Kind
  • Vorhandene Allergien (Vorsicht vor allem bei Hühnereiweiß-Allergie!)

1.1. Gefahren für werdende Mütter, die nicht gegen Grippe geimpft sind

Unabhängig von den eventuellen Gefahren, die durch eine Impfung für Mutter und Kind entstehen können, ist es wichtig, die Risiken einer Schwangerschaft ohne Grippeimpfung abzuwägen. Wenn Sie ohne Impfung in der Schwangerschaft eine Grippe haben, bestehen höhere Risiken für Ihr Kind. Dazu gehören:

  • Wachstumsverzögerungen des Kindes
  • Fehlgeburten
  • Frühgeburten

Übrigens ist es auch möglich, sich trotz Grippeimpfung in der Schwangerschaft mit einer Grippe anzustecken. In diesem Fall verläuft die Krankheit aber deutlich leichter und birgt sehr viel weniger Risiken als eine Grippe ohne erfolgte Grippeimpfung. Normalerweise sind Sie durch die Impfung immun gegenüber der Infektion. Hier sehen Sie die Gefahren für Schwangerschaften mit und ohne Grippeimpfung noch einmal in der Übersicht:

Schwangerschaft mit Grippeimpfung Schwangerschaft ohne Grippeimpfung
lokale Beschwerden, z.B. Rötung der Impfstelle Grippe kann in Lungenentzündung ausarten
nicht ungefährlich für Raucherinnen, Frauen mit Vaginose sowie bei anderen chronischen Krankheiten Missbildungen beim ungeborenen Kind aufgrund einer Grippe
einige Studien haben Komplikationen im Schwangerschaftsverlauf aufgrund der Impfung bewiesen (während andere das Gegenteil nachweisen) Fehl- und Frühgeburtenrisiko bei Grippe erhöht

Da die Gefahren für Schwangere, die nicht gegen die Grippe geimpft sind, bei einer Erkrankung deutlich größer sind, und da die Weltgesundheitsorganisation und deutsche Behörden zur Influenza-Impfung raten, ist es insgesamt empfehlenswert, sich der Impfung zu unterziehen. Dennoch liegt die Entscheidung natürlich bei Ihnen und Sie sollten sich im Zweifel an einer fachkundigen Stelle, wie etwa beim Arzt, ausführlich informieren lassen.

2. Grippeimpfung ab dem vierten Schwangerschaftsmonat ideal

Grippeschutzimpfung: Ja oder Nein?

Für gesunde Frauen ohne Komplikationen in der Schwangerschaft ist es empfehlenswert, sich ab dem vierten Schwangerschaftsmonat impfen zu lassen. Zwar können Sie sich auch schon davor impfen lassen, aber aus psychologischen Gründen ist ein etwas späterer Zeitpunkt empfehlenswert. Sobald Sie nämlich in das zweite Trimester eingestiegen sind, ist die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt deutlich geringer. Laut Robert-Koch-Institut würde die Kombination aus Grippeimpfung und Fehlgeburt eine Schwangere zu sehr seelisch belasten, weshalb es dazu rät, sich erst ab dem vierten Monat impfen zu lassen.
Dies hat zudem den Vorteil, dass Ihr Körper sich bereits an die Schwangerschaft gewöhnt hat und den Impfstoff daher besser verarbeiten kann. Außerdem ist Ihr Kind bereits kräftiger und ebenfalls besser in der Lage, die Impfung zu verkraften. Achten Sie insbesondere in den Tagen nach der Impfung auf Ihren Gesundheitszustand und suchen Sie sofort einen Arzt auf, sollten Sie sich unwohl fühlen.

2.1 Schwangere mit chronischen Grunderkrankungen sollte sich bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel impfen lassen

schwangere frau beim impfen

Die Grippeimpfung wird von den Krankenkassen übernommen.

Wenn Sie eine Risikoschwangerschaft haben, die durch eine chronische Grundkrankheit wie Asthma, Bluthochdruck oder Diabetes erschwert wird, sollten Sie sich möglichst früh gegen die Grippe impfen lassen. Ideal ist hier das erste Drittel der Schwangerschaft, um bereits früh einen wirksamen Schutz für Mutter und Kind zu gewährleisten.

Sie sollten auch bedenken, dass die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten während der Schwangerschaft begrenzt sind. Dies gilt natürlich nicht für eine Erkrankung wie die Grippe, aber wenn Sie aufgrund einer chronischen Krankheit ohnehin medizinische Krankheiten haben, sollten Sie versuchen, antivirale Medikamente gegen die Symptome einer Grippe zu vermeiden.

2.2. Weitere Tipps zum Schutz vor Grippe

Ob mit oder ohne Grippeimpfung sollten Sie auch auf zusätzlichen Schutz achten, um sich und Ihr Kind stets optimal zu schützen. Dazu gehört vor allem, stets auf Hygiene zu achten und sich vor Tröpfcheninfektion zu schützen. Vermeiden Sie verunreinigte Oberflächen wie Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Türklinken in Arztpraxen und waschen Sie sich stets die Hände. Nutzen Sie Papiertaschentücher nur einmal und gewöhnen Sie sich an, Desinfektionstücher bei sich zu tragen.
Hat die Grippe Sie doch erwischt, was in seltenen Fällen auch trotz Impfung vorkommen kann, sollten Sie sich besonders viel ausruhen, viel trinken und Produkte wie Kräutertee, Obst, Säfte und Vollkornlebensmittel zu sich nehmen. So kommen Sie schnell wieder zu Kräften.

3. Dank Grippeimpfung mehr Sicherheit für Mutter und Kind

Die großen Gesundheitsorganisationen empfehlen die Grippeimpfung trotz Schwangerschaft, während sich die Wissenschaft noch uneinig ist. Solange die Nebenwirkungen noch nicht völlig erforscht sind, entscheiden sich manche Frauen gegen die Impfung, obwohl bereits von vielen Quellen nachgewiesen wurde, dass die Impfung nicht schädlich ist. Sie gehört zudem zu den schnelleren und unkomplizierten Impfungen.
Übrigens: Die Krankenkassen übernehmen die Impfung, sodass Sie sich über die Kosten keine Gedanken machen sollten.
Natürlich sollten Sie als werdende Mutter selbst entscheiden, ob Sie sich einer Influenza-Impfung unterziehen möchten. Ihr Arzt kann Sie sicherlich gut beraten und Sie können auch auf die Erfahrungen anderer Mütter aus Ihrem Umfeld vertrauen. Informieren Sie sich zudem darüber, ab wann die Impfung in Ihrem Fall sinnvoll ist, sollten Sie sich dafür entscheiden. Zu guter Letzt sehen Sie hier noch einmal eine Übersicht der Pro und Contra Argumente für die Grippeimpfung:

  • Kostenübernahme durch Krankenkasse
  • Schnelle und unkomplizierte Impfung
  • Schutz vor Grippeinfektion und daraus resultierenden Probleme für die Schwangerschaft
  • Von Gesundheitsbehörden empfohlen
  • Einige Studien sprechen gegen die Grippeimpfung für Schwangere
  • Eine Grippeerkrankung ist trotzdem möglich (aber verläuft deutlich leichter)
  • Nebenwirkungen (hauptsächlich lokale Beschwerden)
  • Schutz dauert nur etwa ein halbes Jahr an

 

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (43 votes, average: 4,60 out of 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.