Was Sie gegen Halsschmerzen beim Kind tun können

halsschmerzen kind
  • Halsschmerzen werden meist durch Viren ausgelöst, aber auch Bakterien können die Ursache sein.
  • Zur Linderung der Halsschmerzen beim Kind können Sie verschiedene Hausmittel sowie Mittel aus der Homöopathie nutzen.
  • Bei bestimmten Symptomen sowie bei einer bakteriellen Infektion ist die Behandlung durch einen Arzt notwendig.

Bei Kleinkindern äußern sich Halsschmerzen beispielsweise durch quengeln oder damit, dass sie nichts mehr essen wollen. Die größeren Kids können bereits artikulieren, dass es im Hals weh tut. Erfahren Sie jetzt, wie Halsschmerzen beim Kind entstehen, was dagegen hilft in Form von Medikamenten und was Sie sonst noch tun können.

Da das Immunsystem bei Kindern noch nicht vollständig ausgereift ist, leiden sie häufiger unter Halsentzündungen als Erwachsene: Durchschnittlich 8 Mal pro Saison sind die Kleinen erkältet, während Erwachsene in der Regel 2 bis 5 Mal jährlich unter Erkältungen leiden.

1. Virale Infektion häufigste Ursache von Halsschmerzen

Halsschmerzen durch Bakterien:
Häufig sind es Streptokokken, die zur Mandelentzündung führen. Hierbei treten die Symptome meist deutlich schneller und stärker auf, als dies bei einer viralen Infektion der Fall ist. So setzt bereits innerhalb weniger Stunden Fieber ein. In einigen Fällen klagen kleine Kinder bis 4 Jahre bzw. 5 Jahre über Bauchschmerzen oder müssen erbrechen. Dagegen kommt es nur selten zu Husten oder Schnupfen.

Beim Kind treten Halsschmerzen besonders häufig im Zusammenhang mit einer Erkältung auf. Vor allem in der kalten Jahreszeit und bei trockener Heizungsluft bilden die zarten Schleimhäute und das schwächere Immunsystem der Kleinen einen idealen Nährboden für Keime. Bei Kindern werden Halsschmerzen in den meisten Fällen durch Viren verursacht, welche sich in der Schleimhaut ansiedeln und dort eine Entzündung auslösen. Dadurch schwillt die Schleimhaut an und es entwickeln sich die Symptome, die für Halsschmerzen typisch sind:

  • Schmerzen und Kratzen im Hals
  • ständige Schluckbeschwerden
  • Verweigerung von Essen und Trinken (wegen der Beschwerden beim Schlucken)
  • leichte Rötung des Rachens
  • geringe Schwellung der Lymphknoten

Sind Erkältungsviren die Ursache der Halsschmerzen beim Kind, dann treten häufig zusätzlich Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit auf.

2. Hilfreich: feucht, warm, kalt und entzündungshemmend

Zur Behandlung einer viralen Infektion, Linderung der Beschwerden und mehr Wohlgefühl für Ihr Kind reichen oft schon bewährte Hausmittel aus:

  1. Geben Sie Ihrem Kind Speisen, die es leicht schlucken kann – wie Pürees, Eintöpfe, Suppen, Pudding oder Joghurt.
  2. Salbeitee bei Halsschmerzen

    Salbeitee lindert die Entzündung im Hals und hält die Rachenschleimhaut gleichzeitig feucht.

    Das Kind sollte viel trinken, um die Rachenschleimhaut gut feucht zu halten. Sehr gut dafür geeignet sind Kamillen- oder Salbeitee.

  3. Größere Kinder können auch mehrmals am Tag mit Salzwasser oder Salbeitee gurgeln.
  4. Sorgen Sie für ausreichend Luftfeuchtigkeit im Raum – beispielsweise durch einen Luftbefeuchter oder mithilfe eines feuchten Tuches über dem Heizkörper.
  5. Verschiedene Wickel haben einen wohltuenden und lindernden Effekt – jedes Kind kann hier anders empfinden und eher Kälte oder Wärme bevorzugen. Beispielsweise wirken Kartoffelwickel wärmendend, während Quarkwickel eine kühlende Wirkung besitzen.
  6. Auch zuckerarmes Eis oder kalte Getränke kühlen den Hals und können die Schmerzen verringern.
  7. Ingwer- oder Salbeibonbons lindern die Entzündung. Allerdings sind diese nur für Kinder geeignet, die bereits kontrolliert lutschen können ( ab ca. 12 Jahren).
  8. Honigmilch mit Zwiebel wirkt entzündungshemmend. Dazu hacken Sie eine kleine Zwiebel fein und lassen diese mit einer Tasse Milch ca. 5 Minuten leicht kochen. Wenn das Ganze auf Trinktemperatur abgekühlt ist, wird das Getränk abgeseiht und ein TL Honig hinzugegeben. Nun wird die Milch in kleinen Schlucken getrunken. VORSICHT: Bitte keinen Honig an Kinder unter 1 Jahr geben!

Meiden sollten Sie ein zu starkes Würzen der Speisen, Fruchtschorlen und -säfte sowie ätherische Öle. Letztere können bei kleinen Kindern zu starken Nebenwirkungen führen.

Achtung: Achtung: Halsschmerzen bei Kindern können auch aufgrund einer ernsteren Grunderkrankung auftreten wie Mandelentzündung, Scharlach oder Mumps. In dem Fall ist eine spezielle Behandlung durch den Arzt notwendig, um Folgekrankheiten zu vermeiden. Zudem sind diese bakteriellen Infektionen hoch ansteckend und können per Tröpfcheninfektion übertragen werden.

3. Kindgerechte Medikamente und passende Homöopathika

Mutter und Kind in Apotheke

Ihr Apotheker berät Sie, welche Medikamente zur Behandlung von Halsschmerzen bei Ihrem Kind am besten geeignet sind.

Für größere Kinder ab 6 Jahren bzw. 7 Jahren können Sie Medikamente aus der Apotheke verwenden – wie beispielsweise Halsspray oder Halstabletten. Häufig handelt es sich hierbei um rein pflanzliche Präparate, die in entsprechend niedriger Dosierung problemlos von Ihrem Kind eingenommen werden können. Paracetamol in kindgerechten Dosen können Sie bei heftigen Halsschmerzen geben – aber bitte immer die Packungsbeilage lesen oder in der Apotheke bzw. beim Arzt nachfragen. Für Kinder ab 1 Jahr gibt es auch spezielle Halsschmerzsäfte.

Eine weitere Möglichkeit ist die Homöopathie bzw. die Gabe von Globuli. Hier gibt es – je nach Beschwerdebild – verschiedene Möglichkeiten. Dazu drei Beispiele:

Beschwerden Mittel Einnahme
  • Neigung zu chronischen Erkältungen
  • Kind ist fröstelig, erhitzt aber schnell bei Anstrengung
  • stechender Schmerz
  • hohe Schleimbildung
  • starkes Schwitzen nachts
  • Calcium carbonicum hahnemanni
  • Potenz D12
  • 5 Globuli
  • 3 Mal täglich
  • Kind zeigt kaum Krankheitsgefühl und wirkt munter
  • Halsschmerzen beginnen sehr langsam
  • wenige weitere Beschwerden
  • rote, geschwollene Mandeln
  • wunder Hals
  • Ferrum phosphoricum
  • Potenz D12
  • 5 Globuli
  • 3 Mal täglich
  • plötzlich auftretende Schmerzen
  • rechtseitige bzw. rechts beginnende Beschwerden
  • blass-rote Schwellung
  • stark geschwollenes Zäpfchen
  • zugeschnürter Hals
  • stechende, beißende oder brennende Schmerzen
  • Apis mellifica
  • Potenz D12
  • 5 Globuli
  • 3 Mal täglich

Tipp: Ausführliche Informationen über die homöopathische Behandlung von Halsschmerzen finden Sie hier.

4. Bei bestimmten Symptomen unbedingt zum Arzt

Vergleichsbild zum Mumps

Hier der Vergleich: Bei Mumps schwillt eine Gesichtsseite stark an. In dem Fall bitte unbedingt zum Arzt.

Auch wenn für das Kind Halsschmerzen meist harmlos sind, stellt sich die Frage, wann Sie zum Arzt gehen sollten. Bei folgenden Symptomen ist ein Arztbesuch dringend zu empfehlen:

  • starke Schmerzen beim Schlucken, klosige Stimme und geschwollene, teils eitrige Mandeln – Verdacht auf Mandelentzündung
  • plötzliche heftige Halsschmerzen, tiefrot gefärbte Zunge, hohes Fieber und Hautausschlag mit kleinen Flecken – Verdacht auf Scharlach
  • Schwellungen an Hals, Wangen und Ohren – Verdacht auf Mumps
  • trotz Behandlung nach 3 bis 4 Tagen weiterhin ständige Halsschmerzen
  • auftretende Atembeschwerden
  • geschwollene Lymphknoten am Hals
  • zusätzlich zu den Halsschmerzen starke Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

Hinweis: Bei Kleinkindern sollten Sie auf schmerzstillende Pastillen verzichten. Denn durch die betäubende Wirkung auf den Rachen können sich die kleinen Patienten leicht verschlucken.

Kleinkinder bis 1 Jahr, aber auch ein 2 jähriges oder 3 jähriges Kind können ihre Beschwerden noch nicht richtig äußern. In dem Fall sollte von Beginn an der Arzt genauer hinschauen, um die Ursache der Halsschmerzen herauszufinden. Dazu wird der Rachen des kleinen Patienten untersucht:

Symptome Ursache
  • Rachen gerötet und geschwollen
Viren
  • hochroter Rachen
  • eitriger Belag auf den Mandeln
Bakterien

5. Wann Antibiotika geben oder Mandeln entfernen?

kleinkind mit halsschmerzen

Der Arzt findet mithilfe der optischen Untersuchung und ggf. eines Abstriches heraus, ob eine virale oder bakterielle Infektion vorliegt.

Ob bei kleineren oder größeren Kindern gilt: Sind Bakterien die Ursache, ist Vorsicht geboten. So kann das Bakterium bei unbehandelten bakteriellen Infektionen in den Blutkreislauf gelangen und in der Folge schwere Nierenschäden oder Entzündungen der Herzklappen verursachen.

Handelt es sich beispielsweise um eine eitrige Mandelentzündung, kann die Gabe von Antibiotika notwendig werden. Zudem ist nach einer eitrigen Angina häufig eine Nachkontrolle zur Verhinderung von o.g. Folgekrankheiten notwendig.

In manchen Fällen muss auch über die Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie) in Betracht gezogen werden. Bei Kleinkindern zögern die Ärzte den Eingriff so weit es geht hinaus, da die Kinder im Allgemeinen aus dem Problem „herauswachsen“. Auch ansonsten werden die Mandeln heutzutage nur bei sehr häufig auftretenden eitrigen Mandelentzündungen bzw. schwerwiegenden Problemen entfernt. Dazu gehören beispielsweise häufige Ergüsse im Ohr oder Polypen, die zu häufigen und längeren Atemaussetzern führen.

Bei Mandeln, die extrem vergrößert sind und zu Schlaf- und Schluckstörungen führen, kann auch eine teilweise Entfernung der Mandeln (Tonsillotomie) in Betracht gezogen werden.

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