Hitzepickel: Wenn Baby oder Kind zu stark schwitzen

hitzepickel auf baby-gesicht
  • Hitzepickel sind ungefährlich, zeigen aber gleichzeitig an, dass Kind oder Baby zu warm angezogen sind und Abkühlung benötigen.
  • Normalerweise ist bei Hitzepickeln für Baby oder Kind keine spezielle Behandlung nötig, dennoch sollte bei bestimmten Anzeichen ein Arzt aufgesucht werden.
  • Durch bestimmte Verhaltensweisen können Sie vermeiden, dass das Kind überhitzt und einen Hitzeausschlag bekommt.

Hitzepickel beim Kind sind zwar harmlos, aber gleichzeitig ein Zeichen für eine vorangegangene Überhitzung. Entsprechend sollten Sie als Eltern reagieren. Was genau Sie tun können, um Hitzepickel zu verhindern, woran Sie diese erkennen und wo diese auftreten können – darum geht es in diesem Beitrag.

1. Hitzepickel durch verstopfte Schweißdrüsen

Warum wir schwitzen
Das Schwitzen reguliert die Körpertemperatur und bekämpft äußere Gefahren wie Viren oder Bakterien. Wichtig ist, dass der Schweiß über die Schweißdrüsen abfließen kann und auf die Hautoberfläche gelangt. Dort verdunstet er und kühlt die Haut ab.

Hitzepickel beim Kind zeigen sich als Ausschlag auf der Haut in Form von oft juckenden Bläschen. Bezeichnet wird die Hautkrankheit auch als Schwitzbläschen, Schweiß- oder Hitzefrieseln oder als Hitzeausschlag. Wenn Ihr Baby bzw. Kind Hitzepickel hat, ist dafür nicht die Sonne die Ursache, sondern dass der sich beim vermehrten Schwitzen bildende Schweiß nicht verdunsten kann. So entsteht in den Schweißdrüsen ein Schweiß-Rückstau und sie verstopfen. Gerade bei Babys und kleinen Kindern sind die Poren noch recht winzig und können sich deshalb leichter zusetzen. Gleichzeitig können sich in dem entstandenen feuchtwarmen Hautmilieu Bakterien ansiedeln.

lachendes baby

Bei heißem Wetter fühlt sich Ihr Kind in luftiger Kleidung am wohlsten.

Da sich kleine Kinder noch nicht äußern können, wenn ihnen zu warm ist, leiden besonders häufig Kleinkinder und Babys unter Hitzepickeln. Grund ist in den meisten Fällen eine zu warme und luftundurchlässige Kleidung. Es kommt also zu dem Ausschlag, wenn eigentlich wohlmeinende Eltern ihre Kinder zu dick einpacken. So können sich zwar selten, aber auch im Winter die Schwitzbläschen bilden. Doch natürlich tragen vor allem eine hohe Luftfeuchtigkeit und warme Umgebungstemperatur zum erhöhten Schwitzen bei – also hauptsächlich in den Sommermonaten oder während des Urlaubs in tropischen Gegenden. Kann der Schweiß nicht abfließen, entsteht dann der oben geschilderte Effekt.

Tipp: Gehen die Hitzepickel nicht weg, kommt Fieber hinzu bzw. soll eine Allergie ausgeschlossen und die genaue Ursache des Hautausschlags herausgefunden werden, ist ein Arztbesuch unbedingt empfehlenswert.

2. Juckender Ausschlag an verschiedenen Körperstellen

kind kratzt sich am Nacken

Bilder wie dieses zeigen, dass beim Kind Hitzepickel stark jucken können.

Anhand folgender Symptome erkennen Sie die typischen Hitzepickel beim Baby oder Kind:

  • rote Pickelchen, Flecken, Bläschen oder Pusteln
  • gerötete Haut
  • kann sich zu brennenden, mit milchiger oder klarer Flüssigkeit gefüllten Bläschen entwickeln
  • etwa so groß wie ein Hirsekern
  • entstehen entweder direkt auf der Oberfläche oder tiefer in der Haut
  • meist schmerzfrei
  • Juckreiz
  • weinerliches und unruhiges Kind

Der Ausschlag erscheint vor allem an bedeckten Körperstellen bzw. dort, wo die Kleidung auf der Haut reibt – beispielsweise an Bauch, Rücken, Brust, unter den Achseln, auf den Schultern, in Kniekehlen oder Ellenbeuge sowie anderen Hautfalten. Aber auch Kopf, Gesicht (siehe Foto ganz oben), Hals und Nacken können betroffen sein. Bei Babys bilden sich Hitzepickel auch im Windelbereich – sowohl am Po als auch an den Genitalien.

Achtung: Wenn der Schweiß nicht mehr richtig verdunsten kann und das körpereigene Kühlungssystem ausfällt, können Hitzepickel beim Baby oder Kind zu Komplikationen führen. Zum einen steigt die Gefahr eines Hitzschlags. Zum anderen können sich vor allem bei Babys, die Windeln tragen, die Hitzepickel entzünden und sich eine Infektion entwickeln.

3. Milde und entzündliche Form von Hitzepickeln

Wie lange die Hitzepickel bei Ihrem Kind oder Baby bestehen bleiben, hängt u.a. von der Behandlung und ihrer Art ab. Die leichte Form der Schweißfrieseln verschwindet normalerweise nach 3 bis 4 Tagen, für die entzündliche Variante gibt es keine genaue Prognose. Dennoch gilt auch diese allgemein als ungefährlich, wenn auch um einiges unangenehmer. Es gibt beim Baby oder Kind zwei Arten von Hitzepickeln:

Bezeichnung Besonderheiten
Miliaria cristallina

hitzepickel bilder

  • typische und mildeste Form
  • Bläschen sind prall und wasserklar gefüllt
  • nah beieinander und über einen größeren Hautbereich verteilt
  • Blasen platzen beim festen darüber Streichen auf
  • nur in der oberen Hautschicht
  • verschwindet meist nach wenigen Stunden bzw. wenn Schweißdrüsen wieder frei sind
Miliaria rubra

hitzepickel foto

  • entzündliche Form
  • stark rot gefärbter Ausschlag
  • Haut stark gerötet und geschwollen
  • verbunden mit Jucken, Brennen, Schmerzen oder Prickeln
  • in der tieferen Hautschicht (Epidermis)
  • meist größere Knoten
  • durch Kratzen oder Drücken entsteht an den Blasen keine Veränderung

Hinweis: Die Baby- oder Kinderhaut mit Hitzepickeln kann sich am besten erholen, wenn Sie diese trocken und sauber halten sowie übermäßiges Schwitzen verhindern.

4. Kühlung ist jetzt das Wichtigste

Eine Behandlung der typischen bzw. leichten Form von Hitzepickeln ist normalerweise nicht notwendig. Bei Bedarf können Sie etwas Kieselerde-Gel oder Zinksalbe dünn auf die betroffenen Stellen geben, um die Heilung zu beschleunigen. In seltenen Fällen, beispielsweise bei starkem Bakterienbefall oder andauerndem Juckreiz, verschreibt der Arzt lokale Antibiotika. Meiden sollten Sie dagegen Wundsalben, Puder oder Cremes mit sehr hohem Feuchtigkeitsgehalt, denn diese verstopfen die Poren. Als Hausmittel und sinnvolle Maßnahmen sind folgende Tipps hilfreich:

  • mutter und kind im bad

    Ein lauwarmes Bad bringt Erleichterung. Danach das Kind nur vorsichtig mit dem Handtuch abtupfen.

    Bringen Sie Ihr Kind raus aus der Wärme, denn es benötigt jetzt einen schattigen Platz bzw. einen angenehm temperierten Raum – aber bitte ohne Zugluft, um Erkältungen zu vermeiden.

  • Auch ein Waschlappen oder feuchte Baumwolltücher mit angenehm kühlen, nicht zu kaltem Wasser verschaffen Ihrem Kind Linderung, indem Sie es vorsichtig damit abtupfen.
  • Möglich ist auch ein lauwarmes Bad, wenn Ihr Kind oder Baby unter Hitzepickeln leidet. Danach den kleinen Patienten bitte nur leicht abtupften statt abtrocknen.
  • Um Entzündungen zu vermeiden, sollten Sie möglichst verhindern, dass Ihr Kind an den Bläschen kratzt.
  • Unterwegs können Sie das Baby oder Kind von einigen Kleidungsstücken befreien – beispielsweise Mütze, Jacke oder Strümpfe.

Auch die Homöopathie kann hilfreich bei Hitzepickeln sein. Welche Globuli genau angewendet werden, hängt von den speziellen Symptomen ab. Empfohlen werden u.a. Arsenicum album oder Urtica Urens. Am besten befragen Sie hierzu einen Homöopathen oder Homöopathie erfahrenen Kinderarzt.

5. Leichte Kleidung und viel Flüssigkeit an heißen Tagen

hitzepickel baby was tun

Wenn warme Temperaturen herrschen, sollte Ihr Kind besonders viel Flüssigkeit trinken, um ein Überhitzen zu vermeiden.

Den Hitzepickeln bei Kind oder Baby können Sie zudem durch bestimmte Verhaltensweisen sehr gut vorbeugen:

  • bei hohen Temperaturen nur leichte, locker sitzende Baumwollkleidung anziehen
  • Naturfasern lassen die Haut besser atmen
  • das Kind auch im Winter nicht zu dick anziehen und Wärmestau auch im Bett vermeiden
  • die Temperatur des Kindes im Auge behalten, indem Sie öfter mal den Nacken befühlen – fühlt sich dieser feuchtwarm an, kann das Kind sich überhitzt haben
  • an heißen Tagen muss das Baby bzw. Kind besonders viel trinken
  • auf Lotionen, Puder und andere Poren verstopfende Pflegeprodukte verzichten oder nur in Maßen verwenden
  • im Sommer eher leichtere und kühlere Beikost füttern
  • direkte Sonneneinstrahlung meiden und auf Sonnenschutz achten
  • bei großer Hitze nicht mittags nach draußen gehen
  • für angenehme Temperaturen in der Wohnung sorgen
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