Masern bei Babys: Wie sie entstehen und wie sie sich zeigen

masern auf dem rücken eines kindes.
  • Die Masern, im lateinischen auch morbilli genannt, werden durch ein humanpathogenes RNA-Virus verursacht, welches vor allem Kinder befällt. Ein typisches Anzeichen für eine Infektion sind rote Hautflecke. Dazu kommen meist Fieber und eine starke Schwächung des Allgemeinzustandes.
  • Eine überstandene Infektion hinterlässt eine lebenslange Immunität, ist zuvor jedoch häufig mit gravierenden Komplikationen belastet. Dazu zählen unter anderem Lungen- und Hirnhautentzündungen. Eine Diagnose erfolgt durch ein klinisches Blutbild mit Antikörpernachweis.
  • Masern werden ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragen. So gut wie jeder Kontakt zwischen einer infizierten und einer ungeschützten Person hat eine Infektion zur Folge. In den meisten souveränen Staaten ist es dadurch eine meldepflichtige Erkrankung.

1. Masern entstehen durch weltweit vorkommende hoch infektiöse VirenStarke Reduzierung von Masern infektionen

Starke Reduzierung von Masern infektionen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bemüht sich um eine globale Auslöschung der Masern. Durch Impfungen ist es in der Vergangenheit bereits zu einer starken Reduzierung der Infektionen gekommen. Von 1980 bis 2013 konnte die Zahl der Infizierten um 95% reduziert werden.

Einige Gebiete, wie beispielsweise Nord- und Südamerika, sind bis auf eine geringe Zahl importierter Fälle fast vollständig von den Masern befreit. Insgesamt kam es im gesamten Gebiet im Jahr 2014 nur zu 2000 Infektionen.

In Deutschland (Duisburg) kam es zu Beginn des Jahres 2017 wieder zu einer Infektionswelle, bei der zwischen Februar und März 247 Personen angesteckt wurden. Darunter 159 Kinder sowie 59 Säuglinge.

Diese und andere Fälle verdeutlichen, was das Robert-Koch-Institut sowie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung immer wieder betonen: Masern sollten niemals unterschätzt werden und sie sind dermaßen infektiös, das scheinbar kleinste Impflücken genügen, um Ausbrüche zu verursachen.

Masern werden oftmals von Impfskeptikern und Impfgegnern als harmlos abgetan. Wobei eine Infektion zu den ansteckendsten und vor bei kleinen Kindern und Erwachsenen ab 20 Jahren komplikationsreichsten Erkrankungen überhaupt gehört.

Tipp: Die Masern Impfung ist dementsprechend vor allem für Kinder und Babys von enormer Wichtigkeit, um sie vor der gefährlichen Infektion zu bewahren.

2. Impfen ist die einzige Möglichkeit, Kinder und Babys vor Masern zu schützen

kind wird geimpft.

Eine Impfung ist die einzige Methode, um Masern effektiv vorzubeugen.

Die Infektion durch Masern bei Babys, Kindern und Erwachsenen erfolgt durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen. Diese entstehen beim Sprechen, Husten und Niesen.

Selbst das berühren von kontaminierten Flächen, beispielsweise von Spielzeug im Kindergarten, die durch infiziertes Sekret aus Nase oder Rachen besetzt sind reichen aus um, eine Infektion auszulösen – wenn man nicht geimpft ist.

Wie ansteckend eine Krankheit ist, wird mit dem sogenannten Kontagionsindex gemessen und analysiert. Hier bewegt sich dieser in einem Bereich von über 97%.

Sobald die Erreger im Körper angelangt sind, ist der Betroffene ansteckend auch, wenn es noch nicht zur Bildung von Symptomen gekommen ist

Wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer symptomatischen Ausprägung ist, wird durch den Manifestationsindex gemessen und bewertet. Dieser liegt bei den hier bei über 95%.

Das bedeutet, diese Krankheit ist so ansteckend, das selbst ein kurzer Kontakt mit den Erregern genügt, damit die Infektion ausbricht und ins Anfangsstadium gelangt, wo es zur Bildung der Symptome kommt.

3. Die Masern Impfung kann ab dem 9. Monat erfolgen

Gegen Mumps, Masern und Röteln wird ein Kombinationsimpfstoff genutzt

Die Vorbeugung von Mumps und Röteln wird mit der Impfung gegen Masern verbunden. Dazu wird ein Kombinationsimpfstoff genutzt – der sogenannte “MMR-Impfstoff”.

Viele Eltern Fragen sich, ab wann die Impfung bei Ihrem Baby oder Kind eingesetzt werden kann. Grundsätzlich kann diese ab dem 9. Lebensmonat erfolgen.

Die Empfehlung der STIKO (Ständige Impfkommission) ist, dass die erste Impfung zwischen dem 11. und 14. Monat durchgeführt werden sollte. Die zweite Impfung sollte zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat erfolgen und ist hauptsächlich für Impfversager (Impfversagen entsteht meist durch falsches Lagern des Impfstoffs oder falsche Applikation) oder besonders gefährdete Personengruppen gedacht.

Trotz einer Impfung infiziert zu werden, ist so gut wie unmöglich. Besonders dann, wenn noch eine zweite Impfung vorgenommen wurde, um noch die sogenannten Impfversager zu erreichen.

Aufgrund der Tatsache, dass Masern so infektiös sind, ist eine Impfquote von 95 % erforderlich, damit auch Personengruppen geschützt werden, die besonders gefährdet sind. Dazu gehören beispielsweise Säuglinge, ungeimpfte Schwangere oder Menschen mit Immundefekten. Hierbei wird oft von „Herdenimmunität“ oder „Gemeinschaftsschutz“ gesprochen.

Die Impfquote von Babys und Kindern gegen Masern ist seit dem Jahr 2004 beträchtlich gestiegen. Im Geburtsjahrgang 2013 lag die Quote bei 87,3 %, was allerdings immer noch weit von angepeilten Ziel entfernt ist.

4. Masern zeigen sich vor allem durch den typischen Hautausschlag

masern im gesicht eines Kindes.

Die durch Masern ausgelösten Hautflecken zeigen sich vor allem im Gesicht.

Die Inkubationszeit einer Masern Infektion beträgt im Regelfall 3 bis 7 Tage. Dabei kann es zu den folgenden Beschwerden kommen:

  • bräunlich-rosafarbener Ausschlag auf der Haut(vor allem im Gesicht und hinter den Ohren)
  • weiße oder blau-weiße Flecken auf der Mundschleimhaut
  • Fieber
  • Lichtempfindlichkeit
  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Halsschmerzen
  • tränende Augen
  • Schnupfen
  • Husten
  • allgemeines Gefühl von Schwäche

Mögliche Komplikationen einer Infektion sind vor allem eine Mittelohr- oder Lungenentzündung sowie hohes Fieber.

Dass man an einer Masern Infektion stirbt, ist allerdings eher und wahrscheinlich und kommt meist nur bei einem ohnehin schon geschwächten Immunsystem vor.

4.1 Masern werden ausschließlich symptomatisch behandelt

Die Behandlung von Masern kann nur symptomatisch erfolgen, zum Beispiel mit fiebersenkenden und Husten stillenden Medikamenten. Wenn es zu Komplikationen kommt, wie beispielsweise einer Mittelohr- oder Lungenentzündung, wird eine Therapie mit Antibiotika erforderlich.

Eine Impfung ist die einzige adäquate Möglichkeit, sich selbst sowie sein Kind oder Baby vor den Masern zu schützen.

5. Die Impfung gegen Masern wird von ihrem Kind oder Baby gut vertragen


Die Nebenwirkungen einer Impfung  bei ihrem Baby oder Kind beschränken sich auf harmlose Symptome, die vor allem innerhalb der ersten drei Tage auftreten. Dabei kommt es meist zu einer mäßigen Temperaturerhöhung, Frösteln, Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden.

Bei zwei bis fünf von 100 Geimpften können bis zu vier Wochen nach der Impfung sogenannte nicht ansteckenden „Impf-Masern“ entstehen. Hierbei kommt es zu Beschwerden wie Fieber; schwachem, masernähnlichen Hautausschlag; angeschwollenen Ohrspeicheldrüsen oder Hoden und evtl. schmerzenden Gelenken.

Schwere Nebenwirkungen sind extrem selten und wurden weltweit nur bei wenigen Einzelfällen beobachtet. Dazu gehören z. B. Allergische Reaktionen und eine Verringerung Blutplättchen.

6. Der soziale Nutzen ist bei einer Impfung ihrer Kinder gegen Masern sehr hoch

Masernimpfung beim Baby

Mit der Entscheidung gegen eine Impfung können Sie auch Kinder in ihrem Umfeld gefährden.

Wenn Babys oder Kinder gegen Masern geimpft werden, ergibt sich nicht nur ein persönlicher Nutzen, sondern durch den sogenannten „Gemeinschaftsschutz“ auch ein hoher Nutzen für die Gesellschaft.

Die Impfbereitschaft steigt in der Bevölkerung, wenn betont wird, das mit der eigenen Impfung auch Andere geschützt werden.

Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen hat dazu ein Experiment durchgeführt. Hierbei wurden 2000 Personen aus Südkorea, Vietnam, den USA, den Niederlanden und Deutschland befragt.

Dabei wurden jeweils zwei Gruppen gebildet, in einer wurde der individuelle Nutzen stärker betont und bei der anderen der gemeinschaftliche.

Dabei wurden Krankheiten abgefragt, die mit einem hohen Krankheitsrisiko verbunden werden, sowie jene, die mit einem niedrigen Krankheitsrisiko verbunden sind. Darunter fallen hierzulande fast alle Krankheiten für die eine Schutzimpfung vorhanden ist.

Das Ergebnis war wie folgt: Für schwerwiegende Krankheiten konnte kaum ein Unterschied zwischen westlich geprägten Ländern und dem asiatischen Raum festgestellt werden. Bei den als harmloser eingestuften Krankheiten viel das Ergebnis allerdings anders aus.

Hier war die Impfbereitschaft bei westlichen Ländern solange niedriger, bis erklärt wurde, was der Gemeinschaftsschutz ist und wie er wirkt.

Hier wird die Wirkung des Gemeinschaftsschutz verdeutlicht.

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