Nesselsucht: Wann Sie mit Ihrem Kind zum Arzt gehen sollten

Ein Mädchen kratzt sich
  • Etwa jeder vierte Mensch in Deutschland erkrankt mindestens einmal in seinem Leben an Nesselsucht.
  • Bei der Behandlung der Hautkrankheit steht die Ursachenforschung an wichtigster Stelle. Insbesondere bei Babys und Kindern gestaltet sich die Suche schwierig und langwierig.
  • Es wird grundsätzlich zwischen akuter und chronischer Nesselsucht unterschieden.

Bei einer Erkrankung mit Nesselsucht treten großflächige Rötungen und juckende Quaddeln auf der Haut auf. Die Krankheit kann durch viele Faktoren hervorgerufen werden. Hat Ihr Baby oder Kind Nesselsucht, brauchen Sie sich selbst nicht zu schützen, denn die Krankheit ist nicht ansteckend.

Was Sie tun können, wenn Ihr Kind oder Baby an der Hautkrankheit erkrankt und welche Mittel Ihrem Kind Linderung verschaffen, haben wir im nachfolgenden Artikel für Sie zusammengestellt. Außerdem erfahren Sie, wann es nötig ist, mit Ihrem Kind zum Arzt zu gehen.

1. Akute von chronischer Nesselsucht haben unterschiedliche Auswirkungen

Hat Ihr Kind oder Baby Nesselsucht, ist es möglich, dass die juckenden Quaddeln nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Wie lange die Krankheit und ihre Behandlung dauert, hängt davon ab, ob es sich um eine akute oder chronische Erkrankung handelt.

Krankheit Charakterisierung
Akute Nesselsucht Bei einer akuten Nesselsucht verschwinden die Symptome innerhalb kurzer Zeit, spätestens aber innerhalb von sechs Wochen.
Chronische Nesselsucht Nesselsucht wird als chronisch bezeichnet, wenn der Verlauf eine Dauer von sechs Wochen überschreitet. Dabei sind die Symptome von Fall zu Fall unterschiedlich stark ausgeprägt.

Während Ihr Baby Nesselsucht in ihrer akuten Form nach kurzer Zeit überstanden hat, kann die chronische Urtikaria durchaus schwerwiegender verlaufen. Ärzte unterscheiden zwischen einer chronisch-kontinuierlichen und chronisch-rezidivierenden Nesselsucht.

Nesselsucht ist auch als „Urtikaria” bekannt. Der Name leitet sich von dem botanischen Namen der Brennnessel ab, die lateinisch „urtica” genannt wird. Die Namensgebung wird folglich auf die Symptome der Krankheit zurückgeführt.

1.1. Der Verlauf chronisch-kontinuierlicher Nesselsucht ist in Schüben

Bei einer Erkrankung mit chronisch-kontinuierlicher Nesselsucht leiden Betroffene an täglichen Schüben, während derer sich kontinuierlich neue Quaddeln an verschiedenen Körperstellen und im Gesicht bilden. Die Quaddeln treten mit heftigem Juckreiz auf, der zum Beispiel mit einer Zinksalbe gelindert werden kann.

1.2. Chronisch-rezidivierende Nesselsucht bricht in Phasen aus

Leidet Ihr Kind an einer chronisch-rezidivierenden Nesselsucht, bricht die Krankheit phasenweise aus. Sowohl Phasen, in denen typische Krankheitssymptome auftreten, als auch symptomfreie Phasen dauern mehrere Monate an.

2. Häufig sind Allergien Auslöser von Nesselsucht bei Kind und Baby

Was ist eine Allergie?

Reagiert der Körper auf bestimmte Stoffe überempfindlich, handelt es sich um eine allergische Reaktion. Die Reaktionen (Ausschläge, Niesen oder Atemnot) werden durch Allergene hervorgerufen. Als häufigste Auslöser für Allergien gelten Pollen, Tierhaare und Hausstaub.

Sind Kinder unter 2 Jahre alt, erkranken sie aus verschiedenen Gründen an Nesselsucht, doch bislang gelten folgende Ursachen als Hauptauslöser:

  • Allergische Reaktionen auf Lebensmittel oder Medikamente (Erdbeeren, Schellfisch, Penicillin oder Aspirin)
  • Äußere Einwirkungen (Kälte, Hitze, Druck oder Licht als Auslöser sogenannter „physikalischer Urtikaria”)
  • Autoimmunerkrankungen (Reaktion des Körpers auf körpereigene Stoffe)
  • Chronische Infekte (Nesselsucht als Begleiterscheinung)

Die Ursachensuche sollte nicht allein Ärzten überlassen werden, sondern auch Sie als Elternteil sollten versuchen, die Auslöser für die Nesselsucht Ihres Kindes zu ergründen. Dabei können Sie das Ausschlussverfahren nutzen und bei der Ernährung Ihres Nachwuchses beginnen.

Tipp: Schließen Sie das verdächtige Lebensmittel aus dem Ernährungsplan aus und binden Sie es nach einer Weile wieder ein. Tritt die Nesselsucht erneut auf, stellen Sie die Ernährung Ihres Kindes um.

3. Die Ursachensuche von Nesselsucht ist langwierig

Bilder und Ausprägung von Nesselsucht unterscheiden sich von Mensch zu Mensch sehr stark, daher konzentriert sich der Arzt bei der Behandlung auf die Suche nach möglichen Ursachen. Da ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren möglich ist, gestaltet sich der Behandlungsprozess von Nesselsucht entsprechend langwierig.

Oft führen Erkrankte ein Krankheitstagebuch, in dem sie Ernährung und Symptome festhalten, um die Ursache von Nesselsucht zu lokalisieren.

Auch eine medikamentöse Behandlung mit Antihistaminika wird von vielen Ärzten empfohlen. Antihistaminika erlösen Patienten zumindest von dem quälenden Juckreiz.

Achtung: Tritt Nesselsucht bei Ihrem Kind infolge einer allergischen Reaktion auf, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Sobald Schwellungen im Gesicht sowie am und im Mund auftreten, besteht die Gefahr, dass auch die Atmung Ihres Sprösslings beeinträchtigt wird.

Jemand kratzt sich den Ausschlag

An Nesselsucht Erkrankte leiden unter starkem Juckreiz und Ausschlag.

Mehr Informationen über neue Behandlungsformen von Nesselsucht finden Sie auf der Seite des Deutschen Allergie- und Asthmabunds e.V.

Es kommt vor, dass Kinder aufgrund ihrer Nesselsucht-Erkrankung und den damit verbundenen Ausschlägen sozial ausgegrenzt werden. Sie als Elternteil müssen Ihrem Umfeld deutlich machen, dass Nesselsucht nicht ansteckend ist und im besten Fall das Gespräch mit der Kindergartenleitung oder Lehrerschaft suchen.

4. Mit Ringelblumensalbe und Haferflocken gegen Nesselsucht

Homöopathie ist bei vielen Erkrankungen eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Schulmedizin. Für erkrankte Patienten gibt es pflanzliche Mittel wie Salben mit Ringelblumenextrakt oder Zink, die den Juckreiz lindern. Auch mit Hilfe von Globuli können die Symptome abgeschwächt werden.

Tipp: Trotz der Wirksamkeit pflanzlicher Heilmittel wie Globuli ist es unerlässlich, einen ausgebildeten Homöopathen aufzusuchen, da die Medikation für den Patienten entsprechend angepasst werden muss.

Nesselsucht beim Baby tritt häufig in Stresssituationen wie beim Zahnen auf. Kälte ist eine wirksame Möglichkeit, den Stress und die Schmerzen Ihres Kindes zu verringern. Legen Sie dafür beispielsweise einen Beißring für einige Zeit in den Kühlschrank.

Ein Mädchen cremt sich die Armbeuge ein.

Eine Salbe lindert den Juckreiz ein wenig.

Zu den bewährten Hausmitteln gegen Nesselsucht gehören außerdem Vollbäder mit Backnatron und Umschläge aus Kamillen- und Pfefferminzaufgüssen. Eine Paste aus Backpulver und Wasser wirkt gegen den starken Juckreiz der Quaddeln. Tragen Sie die Paste auf die betroffenen Hautpartien Ihres Kindes auf und lassen Sie sie einige Zeit einwirken.

Auch Haferflocken eignen sich, um den auftretenden Juckreiz zu lindern. Kochen Sie die Haferflocken mit Wasser auf und vermischen Sie sie mit etwas Backpulver, bevor Sie die Paste auf die Quaddeln auftragen. Viele Ärzte empfehlen außerdem eine erhöhte Vitamin-C-Zufuhr bei der Therapie von Nesselsucht.

Vor- und Nachteile der klassischen Behandlung von Nesselsucht:

  • Schnelle Linderung der Symptome
  • Umfassende Suche nach Ursachen
  • Ärztliche Kontrolle
  • Effizienz der Medikamente
  • Eventuell starke Nebenwirkungen der Medikamente
  • Langwierige Ursachenforschung
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