Scharlach: Das sollten Sie bei der Krankheit beachten

Mutter prüft die Temperatur ihres Babys
  • Scharlach ist eine typische Kinderkrankheit, die üblicherweise im Alter von drei bis zehn Jahren vermehrt bei Kleinkindern und Kindern auftritt.
  • Ein an Scharlach erkranktes Baby bzw. Kind leidet oft an Grippesymptomen, einem Hautausschlag an Körper und Gesicht und hat eine sogenannte „Himbeerzunge“.
  • Da sich Scharlach mittels Tröpfcheninfektion verbreitet, ist die Ansteckungsgefahr im Kindergarten und in der Schule besonders hoch.

Die Stirn ist heiß, das Schlucken schmerzt und die Zunge strahlt wie eine Himbeere: Das sind typische Symptome von Scharlach. Die Krankheit ist ungefährlich, betrifft hauptsächlich Kinder und ist hoch ansteckend. Scharlach-Bakterien werden mittels Tröpfcheninfektion übertragen und breiten sich besonders gut über kontaminiertes Besteck, Spielzeug oder Niesen aus.

In diesem Ratgeber gehen wir auf die Krankheitssymptome und deren Verlauf ein, insbesondere auf Scharlach Erkrankungen bei Babys und Kindern. Außerdem erfahren Sie, was Sie als Eltern präventiv tun können, um Ihr Kind, aber auch sich selbst vor einer Infektion zu schützen.

1. Scharlach ist eine typische Kinderkrankheit

Scharlach ist neben Windpocken und Mumps eine der klassischen Kinderkrankheiten. Die Infektionskrankheit Scharlach wird bei Kindern von bestimmten Bakterien namens A-Streptokokken ausgelöst. Nach Überstehen der Krankheit ist Ihr Kind in Zukunft meist immun, sodass die Krankheit nicht erneut ausbricht.

Weitläufig unbekannt ist die Tatsache, dass jeder fünfte bis zehnte Mensch selbst Träger des Scharlach-Erregers ist, ohne dass die Krankheit bei ihm ausbricht. Die Bakterien werden also auch von vermeintlich gesunden Menschen übertragen, da sich die Erreger vor allem im Rachenraum an den Schleimhäuten befinden. Meist geschieht dies über das Sprechen, Husten und Niesen.

2. Nicht nur eine Himbeerzunge ist typisch für Scharlach

Baby mit Erdbeerzunge

Die für Scharlach symptomatische Zunge wird auch Himbeerzunge oder Erdbeerzunge genannt.

Die Inkubationszeit von Scharlach beträgt gewöhnlich zwischen ein und drei Tagen. Die Krankheitssymptome von Scharlach ähneln auf den ersten Blick denen eines grippalen Infekts.

Die typischen Symptome sind:

  • plötzliches Fieber
  • Schluckbeschwerden
  • belegte Zunge (später: Himbeerzunge)
  • Halsschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Schüttelfrost

Achtung: Auch beim Kawasaki-Syndrom bildet sich symptomatisch die charakteristische Himbeerzunge (auch Erdbeerzunge) aus. Diese Erkrankung muss zunächst ausgeschlossen werden, damit Scharlach eindeutig diagnostiziert werden kann.

3. Babys erkranken nur selten an Scharlach

Es ist äußerst selten, dass ein Baby an Scharlach erkrankt. Bis zum Alter von sechs Monaten genießen Babys normalerweise den sogenannten „Nestschutz“ der Mutter, d.h. sie verfügen noch über mütterliche Antikörper, die sie vor zahlreichen Erkrankungen schützen.

Sind Babys ca. 3 Monate alt, entwickeln sie eine eigene Immunabwehr. In seltenen Fällen kann eine Scharlach-Erkrankung bereits in diesem Alter auftreten.

Wenn ein Baby nichtsdestotrotz an Scharlach erkrankt, erkennen Sie es vor allem an seinem veränderten Verhalten. Ein 4 Monate altes Baby kann zwar nicht über Kopfschmerzen klagen, jedoch die Nahrungsaufnahme verweigern. Weitere Anzeichen sind: Die Verhärtung der Bauchdecke, der typische Belag auf der Zunge und Fieber. Aber auch Erbrechen kann ein Hinweis auf Scharlach sein.

Achtung: Etwa 8 Monate alte Babys erforschen ihre Umgebung nicht nur mit den Händen, sondern auch mit dem Mund. Dabei ist Vorsicht geboten, weil sie sich durch die Aufnahme der Erreger mit dem Speichel leicht anstecken können.

Eine Mutter misst bei ihrem Kind Fieber

Scharlach geht meist mit Fieber einher.  

Falls Sie bei Ihrem Kleinkind Anzeichen für Scharlach erkennen, sollten Sie sofort einen Kinderarzt aufsuchen. Auch wenn es schwer fällt: Geraten Sie nicht in Panik. Ist Ihr Baby 5 Monate bis 10 Monate alt, verläuft die Krankheit tendenziell harmlos und kann leicht behandelt werden.

Die Scharlach-Behandlung erfolgt im Regelfall mit einem mit Antibiotika versetzten Saft. Um Ihrem Kind das Schlucken zu erleichtern, können Sie ihm bei der Einnahme ungesüßten Tee (Kamille oder Fenchel) geben.

4. Scharlach kann ohne Ausschlag und Fieber ausbrechen

Welches ist das wichtigste Symptom?

Die mit der Krankheit einhergehende Mandelentzündung bzw. Rachenentzündung ist für Scharlach charakteristisch und tritt in den meisten Fällen auf.

Nach zwei bis drei Tagen Inkubationszeit tritt ein nicht juckender Hautausschlag am Körper Ihres Kindes auf, meist in Form von stecknadelgroßen, roten Flecken. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ihr Kind an Scharlach erkrankt ist, können Bilder im Internet für Aufklärung sorgen.

Häufig betroffen sind Achseln, Leisten und Gesicht. Das Mund-Kinn-Dreieck bleibt von Ausschlag verschont und wird im Volksmund deshalb auch „Milchbart” genannt. Zwei Wochen nach Ausbruch der Krankheit kommt es zur Abschuppung der Haut an den Fingern und Zehen, manchmal auch an den Fußsohlen.

Der Krankheitsverlauf äußert sich nicht bei jedem auf die gleiche Weise. Während Scharlach bei manchen Kindern mit hohem Fieber und deutlichen Ausschlägen einhergeht, kann es auch ohne Fieber, Himbeerzunge oder Ausschlag auftreten. Eine eindeutige Diagnose der Krankheit Scharlach ist daher nicht immer möglich.

4.1. Erwachsene stecken sich häufig bei Kindern an

Hände waschen.

Häufiges Hände waschen in der Zeit von Oktober bis März kann vor einer Infektion mit Scharlach schützen. 

Obwohl Scharlach als typische Kinderkrankheit gilt und besonders im Alter zwischen drei und zehn Jahren auftritt, kann sich jeder Mensch anstecken. Ein Aspekt ist jedoch zu berücksichtigen: Die Übertragung von Kind auf Erwachsene. Schließlich handelt es sich bei Scharlach um eine bakterielle Infektion, mit der sich vor allem Erwachsene, die nie an Scharlach erkrankt waren, infizieren können.

Des Weiteren kann auch die Mutter ansteckend für ihr Kleinkind sein, wenn sie die Krankheitserreger in sich trägt und an das Kind überträgt. Häufiges Händewaschen ist daher sinnvoll, vor allem wenn Vater und Mutter arbeiten, denn dort kommen sie in Kontakt mit vielen Menschen und Erregern.

4.2. Komplikationen treten bei Nichtbehandlung auf

Eine Scharlach-Infektion ist grundsätzlich nicht gefährlich. Im Gegensatz zu Röteln ist Scharlach auch während einer Schwangerschaft als harmlose Erkrankung einzustufen. Komplikationen treten nur dann auf, wenn sie nicht behandelt wird. Dann kann es nämlich zu einem septischen Verlauf kommen: Eine Hirnhautentzündung oder rheumatisches Fieber können die Folgen sein. In ganz seltenen Fällen kann es bei einer Nichtbehandlung zum sogenannten Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrome (STSS) kommen.

5. Die Behandlung erfolgt im Regelfall mit Antibiotika

Erkrankte sollten in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Dieser weist mit Hilfe eines Abstrichs der Schleimhäute Streptokokken nach (Streptococcus pyogenes).

Scharlach wird in der Regel mit Antibiotika behandelt. In dem Fall besteht 24 Stunden nach der ersten Einnahme bereits keine Ansteckungsgefahr mehr. Wenn Ihr Kind sich gut fühlt, kann es theoretisch ab diesem Zeitpunkt wieder öffentliche Einrichtungen besuchen. Wird Scharlach nicht mit einem Antibiotikum wie Penicillin behandelt, können sich Menschen bis zu drei Wochen mit den Erregern infizieren.

Tipp: Gegen Hustenanfälle können Sie für ausreichend Luftfeuchtigkeit im Raum sorgen. Hängen Sie dazu feuchte Handtücher im Raum auf oder stellen Sie ein Glas Wasser auf die Heizung. So kann Ihr Kind den Schleim besser abhusten.

Ihr Kind sollte während des Genesungsprozesses viel trinken, auch wenn das Schlucken schwer fällt. Außerdem sollte es die Bettruhe einhalten und den Kontakt zu gesunden Personen vermeiden. Gegen die Schluckbeschwerden können warme Getränke und Speisen wie Suppe helfen.

Vorteile und Nachteile einer Behandlung von Scharlach mit Antibiotika:

  • Bakterielle Infektionen werden schnell und nachhaltig bekämpft
  • Großes Wirkungsspektrum
  • belastend für die Darmflora
  • lösen Allergien aus
  • Körper entwickelt nach einiger Zeit Resistenzen
Symptom Hausmittel
Fieber Wadenwickel, Essigsocken, viel trinken
Hautausschlag Salbe, nicht kratzen (eventuell Handschuhe)
Halsschmerzen lindernde Tees (Kamille, Fenchel o.ä.), Luftfeuchtigkeit im Kinderzimmer erhöhen, Gurgeln

6. Präventionsmaßnahmen sind eingeschränkt möglich

Um eine Ansteckung mit Scharlach zu vermeiden, sollten Sie sich häufig die Hände waschen und darauf achten, dass Ihre Kinder dies auch regelmäßig mit Seife oder antibakteriellen Lotionen tun. Außerdem ist eine allgemeine Hygiene im Haushalt zu empfehlen.

Überdies können Sie als Eltern allerdings nicht viel mehr tun. In den kritischen Monaten von Oktober bis März können Sie darauf achten, dass Ihr Kind nicht mit anderen erkrankten Kindern in Kontakt kommt. Allerdings besteht keine Meldepflicht von Scharlach-Vorfällen in Schulen. Mehr Informationen zum Infektionsschutzgesetz finden Sie auf der Seite des Robert Koch Instituts.

Achtung: Nach §34 des Infektionsschutzgesetzes dürfen sich Erkrankte nicht in Gemeinschaftseinrichtungen wie der Schule oder dem Kindergarten aufhalten.

Eine Impfung gegen Scharlach gibt es nicht. Gefährdeten Menschen, die unter schweren Erkrankungen oder Altersschwäche leiden, wird manchmal eine vorbeugende Behandlung mit Antibiotika empfohlen.

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