Übelkeit während der Schwangerschaft – was können Sie dagegen tun?

morgendliche uebelkeit in schwangerschaft
  • Besonders im ersten Trimester leiden viele Frauen an starker Übelkeit.
  • Diese tritt meistens morgens auf und kann mit Erbrechen einhergehen.
  • Auch wenn die Übelkeit ein unangenehmer Begleiter der ersten Wochen ist, tritt bei vielen Frauen nach der 12. Woche eine Besserung der Symptome ein.

Für viele Frauen ist sie ein ständiger Begleiter während der Schwangerschaft und die, neben einer starken Müdigkeit, häufigste Nebenwirkung einer Schwangerschaft: die Übelkeit. Viele Frauen merken auch überhaupt erst an diesem Anzeichen, dass sie überhaupt schwanger sind. Sie tritt zumeist im 1. Trimester auf und klingt danach wieder ab, einige Frauen leiden jedoch die ganze Schwangerschaft unter wiederkehrender Übelkeit.

Wir erklären Ihnen in diesem Beitrag, welche Ursachen es für dieses populäre Schwangerschaftsleiden gibt und verraten Ihnen einige kleine Tipps, die Ihnen in dieser Zeit helfen können.

1. Die Ursache der Übelkeit ist bis heute nicht vollständig geklärt

schwangere frau erlebt morgenuebelkeit

Viele Frauen leiden in den ersten Monaten der Schwangerschaft an morgendlicher Übelkeit

Weshalb viele Frauen in den ersten Schwangerschaftswochen unter der starken Übelkeit leiden, kann die Forschung bislang nicht sicher beantworten. Das biologische, psychische und soziale Umfeld der werdenden Mutter bilden komplexe Wechselwirkungen aus, was eine Differenzialdiagnose erschwert.

Mediziner machen den hohen HCG-Wert (Human Choriongonadotropin) sowie die allgemeine hormonelle Umstellung der Mutter dafür verantwortlich. Zudem kann auch ein Vitamin B6 Mangel eine Rolle spielen, sowie Unterzuckerung oder Veränderungen der Schilddrüse. In seltenen Fällen sind Bakterien im Magen Schuld an der Übelkeit.

Eine gute Nachricht daher vorab: Diese unangenehmen Symptome sind völlig normal und bieten keinen Grund zur Sorge. Zudem ist die Übelkeit kein schlechtes, sondern ein gutes Zeichen und gibt eine sichere Auskunft über die Entwicklung der Schwangerschaft und des Embyros. Sollten Sie jedoch unter sehr starker Übelkeit (Hyperemesis gravidarum) leiden und sich über einen längeren Zeitraum hinweg tagsüber mehrfach übergeben, sollten Sie dies bei den Vorsorgeuntersuchungen in der Frauenarztpraxis erwähnen oder Ihrer Hebamme davon berichten.

1.1. Die Übelkeit gilt als eines der ersten Indizien für eine Schwangerschaft

Besonders junge Frauen fragen sich, ab wann die Übelkeit eigentlich auftritt. Bereits in der ersten Schwangerschaftswoche klagen viele Betroffene über starkes Unwohlsein, das vor allem durch starke Gerüche (Parfum, Essen, Zigarettenrauch) hervorgerufen wird. Fällt dies mit dem Ausbleiben der Periode sowie einer starken Erschöpfung zusammen, sollten Sie auf jeden Fall, wenn nicht schon geschehen, einen Schwangerschaftstest machen! Bei den meisten Frauen beginnt die Übelkeit zwischen der 3. und 5. Schwangerschaftswoche und hält bis zur 16. an.

1.2. Wie lange hält dieser Zustand an?

Beim überwiegenden Teil der Schwangeren tritt die Übelkeit morgens auf und wenige Frauen berichten von Übelkeitsattacken am Nachmittag oder nachts. Wie die meisten körperlichen Unannehmlichkeiten während der Schwangerschaft sind Dauer, Frequenz und Stärke der Leiden von Frau zu Frau unterschiedlich. Zumeist erreicht dieser Zustand in den 9-12 Schwangerschaftswochen seinen Zenit und bessert sich danach.

Einige Frauen sind dann das 2. Trimester über mehr oder weniger beschwerdefrei, erleben dann jedoch im 3. Trimester, also zwischen der 30-38 Schwangerschaftswoche, eine Rückkehr der Übelkeit. Dies liegt vor allem am Druck, den das wachsende Kind auf die inneren Organe ausübt. Im Gegensatz zur Übelkeit des ersten Trimesters, tritt das Unwohlsein im letzten Drittel der Schwangerschaft häufig nach dem Essen auf, da sich der Druck auf das Magen-Darm-System durch die Nahrungsaufnahme erhöht.

Zusätzlich klagen viele Frauen ab dem 8. Monat über Sodbrennen und Bauchschmerzen. Auch wenige Tage vor der Geburt können Übelkeit, Durchfall und Zittern auftreten, die dann als Anzeichen der bevorstehenden Entbindung gelten. Einerseits schüttet Ihr Körper wieder vermehrt Hormone aus, um die Geburt einzuleiten, andererseits übertragen sich die Kontraktionen der  Senkwehen oder “Probewehen” der Gebärmutter auch auf den Darmtrakt.

Übrigens: Einige Forscher vermuten, dass eine besonders starke Übelkeit ein Hinweis auf das Geschlecht des Kindes sein kann. Durch den stetigen Anstieg des Beta-HCG-Wertes im Körper, der durch einen weiblichen Fötus noch verstärkt wird, kann dies möglicherweise als Indiz für ein Mädchen gelten. Da die Aussage der Frauen über den Grad der Übelkeit sehr individuell und nicht statistisch erfassbar ist, lassen sich jedoch keine pauschalen und wissenschaftlich fundierten Urteile darüber fällen. Im Gegenzug berichten auch viele Mütter von Jungen über eine starke Übelkeit.

2. Bei zusätzlichen Symptomen und ständiger, starker Übelkeit kann Ihnen mit Medikamenten geholfen werden

schwangere mit einem glas wasser und tabletten

Bei sehr starken Beschwerden, kann Ihnen der Arzt Medikamente gegen die Übelkeit verschreiben.

Auch wenn die Übelkeit ein völlig normales Symptom ist und die Schwangerschaft nicht gefährdet, bleibt sie jedoch nicht folgenlos. Wenn Sie darüber hinaus unter Erbrechen,  Kopfschmerzen,  Frieren oder Schwindelgefühl leiden, beeinträchtigt dies massiv Ihren Alltag und sollte ärztlich beobachtet werden.

Meistens sind diese Symptome eine direkte Folge einer verminderten Aufnahme von Flüssigkeit und Nahrung, da viele Frauen aufgrund des schlechten Allgemeinzustandes das Essen und Trinken vermeiden. Sie verlieren allerdings durch das Erbrechen und ggf. den Durchfall zusätzlich Wasser und wichtige Mineralstoffe, weshalb die Gefahr einer Unterversorgung besteht, die sich auch auf Ihr Kind auswirken kann.

Um die optimale Versorgung Ihres Kindes nicht zu riskieren, kann Ihnen Ihr Gynäkologe Tabletten verschreiben, welche die Symptome linden und es Ihnen erlauben, zu einem normalen Essverhalten und Alltag  zurückzufinden. Ärzte und Hebammen raten zudem zu Krankschreibungen, da Stress und Anstrengung die Symptome verstärken können.

3. Tipps gegen die Übelkeit

Was aber hilft nun gegen diesen unangenehmen Zustand?

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, das 80% der betroffenen Frauen nur die ersten Monate davon betroffen sind, diese Zeit also vorübergeht. Frauenärzte und Hebammen raten zu kleinen und regelmäßigen, fettarmen Mahlzeiten, die Ihren Magen beruhigen. Die Morgenübelkeit liegt nämlich auch daran, dass wir über die Nacht eine natürliche Fastenpause einlegen und der nüchterne Magen viel eher zur Übelkeit neigt, als der leicht gefüllte.

Falls Sie sich direkt nach dem Aufwachen schlecht fühlen, kann es helfen in der Nacht eine Kleinigkeit zu essen. Sie sollten also unbedingt darauf achten, den ganzen Tag über immer wieder kleine Portionen zu sich zu nehmen. Desweiteren sollten saure, kalte und scharfe Gerichte vermieden werden, wobei viele Frauen berichten, das gerade diese Nahrungsmittel ihnen Linderung verschaffen.

Anbei eine Liste an Hausmitteln, die Ihnen gegen die Übelkeit helfen können:

  • Ingwertee
  • Kamillen- Melissen- Pfefferminztee
  • trockenes Gebäck wie Zwieback, Kekse oder älteres Brot
  • gekochte Kartoffeln, Nudeln oder Reis
  • Gemüse (gedämpft oder roh)
  • Brühen
  • warmes Wasser
  • Haferbrei
  • Kürbiskerne

Desweiteren sollten Sie sich Ruhe und Erholung gönnen, auch wenn dies bedeutet, dass Sie zuhause bleiben und sich ab und zu ins Bett legen. Akupunktur und Homöopathie können zusätzliche Optionen für Sie sein, sollten jedoch niemals ohne ärztliche Absprache durchgeführt werden, da diese Anwendungen vorzeitige Wehen auslösen können! 

Zudem kann eine Zugabe von Vitamin B6 oder Bierhefe-Tabletten dazu führen, dass die Übelkeit nicht jeden Tag und ohne Erbrechen auftritt. Gänzlich ausbleiben wird sie jedoch nicht und ist ein Zustand, der leider zum ersten Trimester für viele Frauen dazu gehört. Kaufen Sie die Nahrungsergänzungmittel in Absprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Hebamme und greifen Sie auf Präparate aus der Apotheke zurück.

 

 

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (32 votes, average: 4,60 out of 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.